Bei breiter Anwendung könnte eine konjugierte Pneumokokken-Impfung den Tod Hunderttausender Kinder verhindern. Das behauptet ein wissenschaftliches Team, das vier Jahre lang Pneumokokken-Impfungen an über 17.000 Kleinkindern am Gambia-Fluss vornahm. Sie wollten herausfinden, ob ein Impfstoff, der in städtischen Gebieten Südafrikas bereits erfolgreich gegen Pneumonie-Erkrankungen eingesetzt wird, auch in ländlichen Regionen wirksam sein würde.

Ihre Ergebnisse zeigen, dass in den Regionen, in denen konjugierte Pneumokokken-Impfungen vorgenommen wurden, die Kindersterblichkeit um 16 Prozent sank. Die erste große randomisierte, kontrollierte Untersuchung zur Pneumokokken-Impfung seit fast 20 Jahren belegt damit einen statistisch signifikanten Rückgang der Kindersterblichkeit.

Eingesetzt wurde eine 9-valente konjugierte Pneumokokken-Impfung, die in 77 Prozent der Anwendungen erfolgreich Pneumokokken-Infektionen verhinderte, welche durch die Impfserotypen verursacht werden. Als Folge waren unter den geimpften Kindern im Gegensatz zu Kindern, die eine Kontrollimpfung erhalten hatten, 37 Prozent weniger Pneumonie-Erkrankungen festzustellen.

Durch die Impfung wurde zudem die Notwendigkeit für stationäre Behandlungen in bedeutendem Maße reduziert: Die Zahl der Krankenhauseinlieferungen lag bei den geimpften Kinder um 15 Prozent unter der Zahl der Kinder, die den Impfstoff nicht erhalten hatten.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2005, Vol. 365, S. 1139-1146