11/11/2016

microsensys GmbH

Kontaktlose Prozessüberwachung im Autoklaven

RFID-Sensor-Technologie optimiert Qualitätsmanagement während der Dampfsterilisation

Erfurt • Die möglichen Einsatzbereiche von RFID Technologie sind vielseitig und jede Lösung unterliegt ihren eigenen Anforderungen an Material und Technik. Gerade in Medizin- und Pharmaanwendungen gelten eine Vielzahl von Richtlinien, die es dabei einzuhalten gilt. Auf der COMPAMED zeigt microsensys aktuelle RFID-Lösungen für die Medizintechnik sowie als Weltneuheit einen RFID-Sensor-Datenlogger zur lückenlosen Temperaturüberwachung während der Dampfsterilisation im Autoklaven bei +134°C und 3 bar.

Um Sensorfunktionalität erweitert, erlauben passive RFID-Sensor-Transponder und semi-passive RFID-Sensor-Datenlogger der Produktfamilie TELID® das kontaktlose Messen und Überwachen unterschiedlicher physikalischer Größen, wie Temperatur, Feuchte, Druck oder Schwingung.

Unter Verwendung der TELID® Sensor-Datenlogger können prinzipiell Zustandsverläufe überwachungspflichtiger und empfindlicher Objekte und Systeme dargestellt werden. So ist die Temperaturüberwachung während Transport und Lagerung von Pharmaka, Blut- oder Blutplasmabeuteln ebenso vorstellbar wie der Einsatz im Qualitätsmanagement während Reinigungs- und Sterilisationsprozessen.

 

In Waschmaschinen, die zur Vorreinigung von OP-Bestecken verwendet werden, wird die Systemlösung bestehend aus robusten Datenloggern, Lesegerät mit USB-Schnittstelle und intuitiver Auswerte-Software bei periodischen Kontrollen der vorgeschrieben Temperaturverläufe in der Praxis sicher verwendet. TELID® Datenlogger zeichnen sich durch einen integrierten Sensor, einer Real-Time-Clock sowie eine Batterie und Datenspeicher für Messwerte und Anwenderinformationen aus. Die Temperaturbeständigkeit der dort eingesetzten Datenlogger ist mit bis zu +125°C definiert – ein zu niedriger Temperaturwert für die Überwachung einer Dampfsterilisation! Zur COMPAMED präsentiert microsensys eine Weiterentwicklung des etablierten TELID®311 Datenloggers, der dann eine lückenlose und effiziente Temperaturüberwachung während der Dampfsterilisation im Autoklaven bei Bedingungen von bis zu +140°C und 3,6 bar garantiert. Weder Wasser noch gängige Reinigungschemikalien können die Funktionalität beeinflussen, da der Datenlogger ist mit einer Materialkombination aus Edelstahl und Kunststoff-Compound komplett geschlossen ist.

Mehr als 8.000 Datenpakete aus Sensorwert plus Zeitstempel können mit einem Messintervall zwischen einer und 59 Minuten aufgezeichnet werden. Dabei liegt die Messgenauigkeit des Sensors je nach Temperaturbereich bei bis zu +/- 0,5°K. In Abhängigkeit der gefahrenen Messzyklen während Sterilisationsprozessen verfügt die integrierte, nicht austauschbare Batterie über eine Lebensdauer von etwa drei Jahren.

Das Programmieren und Auslesen der TELID®-Datenlogger erfolgt über ein RFID-Schreib-Lese-Gerät, zum Bespiel einem iID®DESKTOPsmart. Dieser Reader mit USB-Schnittstelle und Plexiglas-Gehäuse ist die perfekte Verbindung zur TELID®software, die auf einem PC oder Tablett installiert ist. Die aktuelle Version erlaubt nicht nur das Programmieren und Auslesen der TELID®-Datenlogger über eine intuitive Programmoberfläche. Mit Hilfe dieser benutzerfreundlichen Software initialisiert der Benutzer die Datenlogger nach seinen Anforderungen. Anwenderspezifische Daten, Messintervall und Limit-Werte können ebenso definiert werden wie der Messmodus. So stehen der "Stop full" oder "Roll over" Modus zur Wahl.

Die Auswertung der gespeicherten Messdaten erfolgt per Kurzabfrage, Liniendiagramm oder Tabelle. Zudem können in der Grafikauswertung die speziellen Reporte A0, F0 und F93,3 erzeugt werden. So ist exakt nachvollziehbar, ob und wann definierte Temperaturbereiche über- oder unterschritten bzw. eingehalten wurden. Entstandene Messreihen werden als XML-File exportiert. Weiterhin bietet die Software Optionen zur Datenspeicherung, Berichtserzeugung und Logger-Verwaltung.

Auch humanmedizinische RFID-Sensor-Anwendungen werden in einzelnen Projekten realisiert. So ist es beispielsweise möglich, den Innendruck des menschlichen Gehirns mittels implementierten Druck-Sensors zu ermitteln. Die Kommunikation zwischen Sensor und Auswertegerät erfolgt kontaktlos über passive RFID-Technologie. Dabei ermittelte Messwerte können Leben retten.

Nicht nur Sterilisationsprozesse können mit RFID Technologie objektiviert und fälschungssicher überwacht werden. Stetig steigende Kosten und wachsende Anforderungen an die Qualität der Behandlung sowie rechtliche Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen lassen der Frage des nachvollziehbaren Lebenszyklus von chirurgischem Instrumentarium wie OP-Bestecken und Sterilisationscontainern eine besondere Bedeutung zukommen.

Die Kennzeichnungen von OP-Bestecken mit miniaturisierten RFID-Transpondern ermöglicht das Ablegen von nachvollziehbaren Lebenszyklusdaten direkt am Objekt. Die kleinen Transponder verfügen dabei über ein robustes, sterilisationsfestes Gehäuse und werden an filigransten Instrumenten oder Einzelteilen befestigt. Auch für Steril-Container sind besondere RFID-Transponderbauformen zur unverwechselbaren und kontaktlosen Identifikation verfügbar. Mit dem eigens für Steril-Container designten Transponder lassen sich Abläufe im Gesundheitswesen sowohl beim Anwender in der Praxis, im Krankenhaus aber auch beim Dienstleister automatisiert durch RFID Erfassung realisieren.

 

Mit dem Einsatz von RFID-Technologie können alltägliche Abläufe im Gesundheitswesen vereinfacht und damit optimiert werden. Die Vorteile des Einsatzes von RFID Technologie in der Medizin- und Pharmabranche sind immens: enorme Zeitersparnis, Kostensenkung durch optimierte Prozesse und Verbesserungen im Qualitätsmanagement sind dabei nur einige Vorzüge. Das Portfolio an RFID-Systemkomponenten von microsensys für dieses Marktsegment ist breit aufgestellt und die potentiellen Applikationen sind vielseitig: Kennzeichnung von OP-Bestecken und Steril-Containern mit sterilisationsfesten RFID-Transpondern, spezielle Sensor-Transponder zur Messung des Gehirndruckes, intelligente Probenidentifikation sowie Temperaturüberwachung mit Sensor-Datenloggern oder Sicherheits- und Zugriffs-Applikationen für Computertechnik.

Fragen zu potentiellen Applikationen beantworten Mitarbeiter von microsensys gern in Halle 8a, Stand H29.2 auf dem Gemeinschaftsstand von IVAM. Außerdem erläutert Marketing Managerin Nadin Jurisch am Dienstag, 15. November 2016 um 14:10 Uhr in ihrem Vortrag "Challenges and Benefits during the Implementation of RFID Sensor Technology in Medicine and Health Care“ im Rahmen des "COMPAMED HIGH-TECH FORUM".



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