Kontaktloses EKG-System in Notfällen

Das kontaktlose EKG-Gerät
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Das neue Verfahren basiert auf der herkömmlichen Elektrokardiogramm (EKG)-Technologie. Anders als beim konventionellen EKG müssen aber die Elektroden nicht mehr aufwändig mit Kontaktgel oder Unterdruck an der Haut befestigt werden. "Unser berührungsloses EKG-System muss nur auf die Körperoberfläche gehalten werden, um die Herzfunktionen messen zu können", so Prof. Meinhard Schilling, Leiter des Instituts für Elektrische Messtechnik und Grundlagen der Elektrotechnik der Technischen Universität Braunschweig.

Gleichzeitig sind die Aufzeichnungen erheblich detaillierter als die bisherigen separaten Kurven. "Das neue Gerät dient sozusagen als 'Fenster zum Herzen," erläutert Schilling. "Es kann Filme der elektrischen Herzaktivität mit bis zu 80 Bildern pro Sekunde erstellen."

Body Surface Potential Map
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Die Messergebnisse werden als eine ganzflächige räumliche Darstellung, ähnlich einer Landkarte, ausgegeben. Eine solche Abbildung wird als "Body- Potential- Surface- Mapping" bezeichnet. Dabei werden die gemessenen Spannungen farbig dargestellt. Aufgrund der speziellen Anordnung der Elektroden kann der Arzt sofort während der Datenaufnahme die Signale räumlich erkennen und den Körperregionen zuordnen. So wird die Herzaktivität auf der Körperoberfläche direkt sichtbar gemacht. Auf einen Blick vermittelt dieses Verfahren also zusätzliche medizinisch relevante Informationen.

Das Verfahren nutzt den Effekt aus, dass durch das EKG auch an der Körperoberfläche Ladungsverschiebungen existieren. Ändert sich die elektrische Ladung, so kann dies wiederum die Ladung auf einer metallischen Platte, die sich in der Nähe des Körpers befindet, beeinflussen. Diese elektrische Platte benötigt dabei keinen direkten elektrischen Kontakt zum Körper. Dadurch ist die Messung auch durch Kleidungsschichten hindurch möglich.

MEDICA.de; Quelle: Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig