Tritt an einer Brust ein Mammakarzinom auf, dann ist das Brustkrebsrisiko auch für die kontralaterale Brust erhöht, trotz Behandlung des Primärkarzinoms. Auch bei intensiver klinischer und mammographischer Überwachung geschieht dies in zehn Prozent der Fälle. In einer Studie sollte nun untersucht werden, ob man die Diagnose solcher kontralateraler Mammakarzinome verbessern kann, indem man neben der klinischen Untersuchung und der Mammographie auch Magnetresonanztomographien (MRI) durchführt.

969 Frauen nahmen an dieser Studie teil. Bei allen war kürzlich ein Mammakarzinom in einer Brust entdeckt worden. Die klinische und mammographische Untersuchung der jeweiligen kontralateralen Brust blieb unauffällig. Alle unterzogen sich daraufhin auch einer MRI der kontralateralen Brust. Kam es dabei zu Auffälligkeiten, entnahmen man Biopsien vom verdächtigen Gewebe.

Mit Hilfe der MRI konnte man tatsächlich bei 30 der 969 Frauen (3,1 Prozent) ein Mammakarzinom in der kontralateralen Brust entdecken, das in der vorherigen klinischen und mammographischen Untersuchung verborgen geblieben war. Die Sensitivität der MRI in der kontralateralen Brust betrug 91 Prozent, die Spezifität lag bei 88 Prozent. Der negative prädiktive Wert entspricht 91 Prozent.

Die entdeckten invasiven Tumore hatten einen durchschnittlichen Durchmesser von 10,9 Millimetern. Weder die Dichte des Brustgewebes noch der menopausale Status der Frauen oder die histologische Struktur des Primärtumors hatte Auswirkungen auf diese Ergebnisse.

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse empfehlen die Studienleiter, die kontralaterale Brust von Mammakarzinompatientinnen unbedingt auch magnetresonanztomographisch zu untersuchen.

MEDICA.de; Quelle: New England Journal of Medicine (NEJM) 2007, Vol. 356, S. 1295-1303