In einer Pilotstudie an 19 Patienten mit Pleuramesotheliomen, einer Form von Lungenkrebs, die in neun von zehn Fällen in Verbindung mit einer Asbestbelastung auftritt, zeigten Radiologen, dass die dynamische, kontrastverstärkte Magnetresonanztomographie (Dynamic contrast-enhanced Magnetic resonance imaging, DCE-MRI) ein charakteristisches Bild funktioneller Parameter des Krebsherdes liefert. Diese Erkenntnisse in Kombination mit morphologischen Faktoren helfen dem behandelnden Arzt, die Prognose des Patienten genauer abzuschätzen und die therapeutischen Maßnahmen auf die individuellen Anforderungen des Betroffenen zuzuschneiden.

Die Wissenschaftler verfolgten mit Hilfe der DCE-MRI, wie schnell sich ein Kontrastmittel in der Zelle anreichert und wie rasch es wieder abgebaut wird. Das Ausmaß der Blutgefäße, die sich im Tumor bilden, um ihn mit Nährstoffen zu versorgen, konnten die Radiologen in der Pilotstudie ebenfalls mit dem bildgebenden Verfahren bestimmen.

Erkennbar sind so genannte "Hot Spots", zentrale Stellen, in denen das Gefäßnetz besonders dicht ist. Diese waren für die Forscher vor allem deshalb so interessant, weil sie in dem Sammelsurium der Zelltypen eines Tumors das Augenmerk genau auf die widerspenstigen Kandidaten lenken, die gegen eine Chemotherapie resistent sind und ein aggressives Wachstum der Geschwulst erwarten lassen.

Anhand der funktionellen Parameter konnten die Forscher die Patienten in zwei Gruppen unterteilen. Die, die auf die Therapie ansprachen, überlebten im Mittel 780 Tage; bei einer Resistenz blieben den Betroffenen dagegen nur 480 Tage. Die Heterogenität der Zellen ist für den Arzt ein wichtiger Anhaltspunkt für die Prognose des Patienten und bildet damit eine wichtige Entscheidungsgrundlage bei der Wahl der effektivsten Therapie.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum