Unter dem englischen Schlagwort der "fetal origins hypothesis" ist eine Gruppe von Studien bekannt geworden, die einen Zusammenhang zwischen pränatalen Bedingungen und dem kardiovaskulären Risiko im späteren Erwachsenenalter behaupten. Insgesamt kann man sagen, dass diese Studien unter dem Strich ein rund 20 Prozent geringeres Risiko für jedes zusätzliche Kilogramm Geburtsgewicht errechnet haben.

In einer Studie sollte nun analysiert werden, ob es bei Frauen einen Zusammenhang gibt zwischen dem Geburtsgewicht beziehungsweise der Körpergröße im Erwachsenenalter und dem Risiko einer koronaren Herzkrankheit (KHK).

An dieser longitudinalen Studie nahmen seit 1976 genau 66.111 weibliche Krankenschwestern teil. Keine dieser Schwestern war eine Mehrlings- oder Frühgeburt und von allen konnte man 1992 das ehemalige Geburtgewicht erfragen. Innerhalb des Untersuchungszeitraums von mehreren Jahrzehnten traten 1.504 Fälle einer koronaren Herzkrankheit auf (Myokardinfarkt oder plötzlicher kardialer Tod) und 1.164 Schlaganfälle.

Pro zusätzlichem Kilogramm Geburtsgewicht erniedrigte sich das Risiko einer koronaren Herzkrankheit um 23 Prozent und das Risiko einer Schlaganfalls um elf Prozent. Am höchsten war das Risiko einer koronaren Herzkrankheit bei jenen Frauen, die mit einem geringen Geburtsgewicht auf die Welt kamen, dann aber als Erwachsene Frau "kräftig" wurden und einen hohen BMI ereichten.

Der Zusammenhang zwischen geringem Geburtsgewicht und höherem allgemeinem Schlaganfallrisiko war unabhängig vom späteren BMI und auch nicht besonders stark bei "dicken" Frauen erhöht. Vor allem das Risiko ischämischer Insulte zeigte einen signifikant inversen Zusammenhang mit dem Geburtsgewicht.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Vol. 330, S. 1115