Krampfader-Operationen oft mangelhaft

Deutsche Gründlichkeit scheint
nicht für Krampfader-OPs zu gelten
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Das ergab eine deutschlandweite Studie. Werden Krampfadern nicht vollständig entfernt, bleibt ein Stumpf der entfernten Vene übrig, aus dem sich wiederum neue Aussackungen bilden, die erneut operiert werden müssen.

"Zur Vermeidung dieser Rezidive, deren Beseitigung jährlich schätzungsweise 40 Millionen Euro kostet, sollte auf Konzepte zurückgegriffen werden, die in anderen Bereichen der Medizin bereits Früchte getragen haben: Spezialisierung und Mindestmengenregelung", fordert einer der Studienleiter Prof. Dr. Achim Mumme von der Ruhr Universität Bochum (RUB).

Eine erste Studie an Patienten des Venenzentrums der Ruhr-Universität an Patienten, die an einem Rezidiv operiert wurden, hat diesen Verdacht der Ärzte in den letzten Jahren erhärtet. In einer deutschlandweiten Multicenterstudie gingen die Mediziner dem Problem nun auf den Grund.

Bei 417 Patienten mit einer Zweitoperation an Leistenkrampfadern wurde das in der Operation entnommene Gewebe histologisch unter dem Mikroskop untersucht. In 279 Fällen (66,9 % Prozent) zeigte sich, dass eine technisch falsch durchgeführte erste Operation die Ursache des Rezidivs darstellte. Beim Ersteingriff war die krankhaft veränderte Stammvene (Vena saphena magna) nicht komplett entfernt worden. Der verbliebene Rest (Saphenastumpf) konnte zum Ausgangspunkt für ein so genanntes Leistenrezidiv werden.

Die hohe Fehlerquote bestätigte sich in jedem der beteiligten Zentren. "Offenbar existieren Qualitätsprobleme nicht nur regional, sondern in ganz Deutschland", folgert Professor Mumme.

Krampfaderoperationen gehören in Deutschland zu den häufigsten Operationen überhaupt. Jedes Jahr werden etwa 320.000 Patienten pro Jahr an Krampfadern operiert.

MEDICA.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum