Krampfadern treiben Kosten in die Höhe

Schon heute verursachen chronische Venenkrankheiten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes allein in Deutschland jährliche Kosten von gut zwei Milliarden Euro.

„Die Risikosituation wird dramatisch zunehmen“, warnt Professor Eberhard Rabe, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie. „Die Gruppe derer, denen eine Venenerkrankung droht, wird immer größer.“ Das Risiko steige mit zunehmendem Alter und Übergewicht. Mit Blick in die USA werde dies besonders deutlich, betont Rabe. Parallel zum stetig steigenden BMI (Body-Mass-Index) der US-Amerikaner steige dort auch die Zahl der Venenpatienten.

Laut Studie sind auch die Unterschiede im europäischen Vergleich bemerkenswert. In Schweden etwa konnten die Kosten für das Gesundheitswesen deutlich gesenkt werden. Dies war möglich durch gut strukturierte Organisationsabläufe sowie gutes Qualitätsmanagement bei Patienten mit Unterschenkelgeschwüren in schwedischen Kliniken und ambulanten Praxen.

„In Deutschland gibt es eine Unterversorgung für chronische Venenerkrankungen“, beklagt der Experte. „Viele Patienten werden nicht adäquat und frühzeitig genug behandelt oder gehen zum Teil auch gar nicht zum Arzt.“ Es gebe verschiedene Stadien der Erkrankung, und je länger man warte, desto schwieriger und teurer werde die Therapie. „Die von uns durchgeführte Bonner Venenstudie hat gezeigt, dass Patienten mit Krampfadern ein hohes Risiko tragen, dass die Erkrankung zu Schwellungszuständen und Hautveränderungen fortschreitet.“

Aus diesem Grund fordern Bonner Ärzte mehr Aufklärung über die Risikofaktoren, mehr Früherkennungsuntersuchungen und qualifizierte Behandlungsprogramme vonseiten der Krankenkassen. „Zwar steigen auch hierdurch kurzfristig die Kosten, langfristig profitieren aber sowohl die Krankenkassen als auch die Patienten von den Maßnahmen“, sagt Rabe.



MEDICA.de; Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn