Die Demenz vom Alzheimer Typ ist die häufigste kognitiv einschränkende Erkrankung bei älteren Menschen. Es gibt eine früh einsetzende Form der Alzheimer-Demenz, die vermutlich erblich ist und mit drei Genen in Verbindung gebracht wird: den Amyloid-precursor-protein-, Presenilin 1- und Presenilin 2-Genen. Man vermutet, dass Kinder von solchen Patienten ein höheres Risiko haben, ebenfalls an einer Demenz vom Alzheimer-Typ zu erkranken. Doch Näheres ist nicht bekannt. In einer Studie wurde nun untersucht, wie hoch das Alzheimer-Risiko bei Personen ist, deren beide Eltern an Alzheimer erkrankt sind.

Die Wissenschaftler konnten auf 111 Paare zugreifen, bei denen beide Partner an Morbus Alzheimer erkrankt waren. Diesen 111 Paaren waren 297 Kinder geboren worden, die bis zum Erwachsenenalter überlebten. Unter diesen erkrankten 67 (22,6 Prozent) an einem Morbus Alzheimer. Das Alter, in dem die Diagnose eines Morbus Alzheimer gestellt wurde, lag bei diesen Personen bei durchschnittlich 66,3 Jahren.

Das Risiko, an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken, steigt bei den Nachkömmlingen zweier alzheimerkranker Eltern mit dem Alter: Während bei den über 60-jährigen „Kindern“ 31,0 Prozent erkrankten, waren es bei den über 70-Jährigen bereits 41,8 Prozent. Viele Kinder aus der untersuchten Gruppe waren noch jünger als 70 Jahre, so dass die Zahl der alzheimerkranken Nachkömmlinge in den kommenden Jahren noch steigen dürfte.

Insgesamt liegt das Risiko, an Morbus Alzheimer zu erkranken, wenn beide Eltern daran leiden, bei 20 Prozent. Im Alter über 80 Jahre steigt das Risiko auf mehr als 60 Prozent.

Sind weitere Verwandte einer Person an Morbus Alzheimer erkrankt, hebt das das Risiko, selbst an Alzheimer zu erkranken, zwar nicht weiter an. In solchen Fällen erkranken die Betroffenen aber nicht selten bereits in relativ jungen Jahren.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Neurology 2008, Vol. 65, S. 373-378