Asthmatische Erkrankungen können verschiedene Ursachen und Auslöser haben. Inwiefern die Exposition gegenüber verschiedenen Substanzen am Arbeitsplatz zu asthmatischen Erkrankungen beitragen können, ist bislang nicht restlos geklärt. In einer Studie sollte daher jetzt geklärt werden, ob Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes, speziell Krankenschwestern, ein höheres Risiko haben, an Asthma zu erkranken, als die Allgemeinbevölkerung.

Dr. Manolis Kogevinas vom “Municipal Institute of Medical Research” in Barcelona, Spanien, testete dafür prospektiv 6.837 Probanden aus 13 Ländern. Alle waren Teilnehmer des “European Community Respiratory Health Survey (1990–95)” und hatten bislang keinerlei Atembeschwerden oder gar asthmatische Symptome. Mit Hilfe eines Fragebogens und der Beurteilung von Experten konnten sich die Studienleiter dann einen Eindruck davon verschaffen, ob die Teilnehmer an ihrem Arbeitsplatz bestimmten inhalativen Allergenen ausgesetzt waren.

Wie sich zeigte, haben Krankenschwestern und Reinigungskräfte in Gesundheitsberufen ein deutlich höheres Risiko, an Asthma zu erkranken, als die Allgemeinbevölkerung. Der Grund dafür ist wohl unter anderem bei Lösungsmitteln, Latexprodukten, Bioaerosolen und Betten-Milben zu suchen. Das relative Risiko, an Asthma zu erkranken, steigt um das 1,53-fache, wenn die Schwestern oder Pfleger überwiegend Kontakt zu Latexprodukten haben (wie etwa Handschuhe) und um das 2,91-fache bei Kontakt zu Bioaerosolen.

Auf der Basis dieser Studie haben die Studienleiter errechnet, dass pro Jahr und pro eine Million Menschen etwa 250 bis 300 neue Fälle von Asthma bei solchen Arbeitern und Angestellten auftreten, die beruflich mit inhalativen Allergenen in Berührung kommen.

MEDICA.de; Quelle: Lancet 2007, Vol. 370, S. 336-341