Krankheitspause bei Rheuma geklärt

Foto: Frau mit Babybauch

Die Symptome der Rheumatoiden
Arthritis lassen während einer
Schwangerschaft nach; © SXC

In der Studie wurde die Genaktivität in Blutzellen erkrankter und gesunder Frauen untersucht. Die im Blut enthaltenen Lymphozyten und Monozyten sind Zellen der Immunabwehr. Eine erhöhte Anzahl und Aktivität gilt als Indikator für eine Entzündungsreaktion. Die Wissenschaftler führten Vergleiche während und 24 Wochen nach der Entbindung durch.

Das Ergebnis: Während der Schwangerschaft waren keine wesentlichen Unterschiede zwischen Gesunden und Erkrankten zu verzeichnen: Beide Gruppen hatten einen erhöhten Spiegel von Monozyten, den so genannten Fresszellen. Diese gehören der angeborenen Immunabwehr an, die Bakterien und Viren anhand typischer Strukturmerkmale erkennt. Der Anteil von Lymphozyten hingegen war in beiden Gruppen relativ niedrig.

Diese Zellen sind Teil der spezifischen Immunabwehr. Sie erlernen, körperfremde Antigene mit größerer Effizienz als das angeborene Immunsystem zu zerstören. Nach der Entbindung nahm bei den gesunden Frauen der Anteil an Monozyten wieder ab, während er bei den erkrankten Frauen erhöht blieb und diese Zellen eine verstärkte Aktivität entwickelten. Gleichzeitig nahm bei beiden Gruppen die spezifische Immunabwehr wieder zu.

"Es ist eine wichtige Tatsache, dass bei schwangeren Frauen die spezifische Immunabwehr unterdrückt wird, damit Abstoßungsmechanismen gegen den ,Fremdkörper' Kind vermieden werden", erklärt Doktor Thomas Häupl von der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Rheumatologie und Klinische Immunologie am Campus Charité Mitte. Professor Peter Villiger, Direktor der Rheumatologischen Klinik am Inselspital, Universitätsspital Bern vermutet, dass "deshalb auch die Symptome der Rheumatoiden Arthritis in der Schwangerschaft nachlassen oder sogar verschwinden."

MEDICA.de; Quelle: Charité-Universitätsmedizin Berlin