Bild: Ein älteres Paar 
Fit im Alter, Kreatin scheint
das möglich zu machen
© Hemera

"Die Einnahme von Kreatin führt bei Mäusen zu einer Lebensverlängerung von neun Prozent", so Privatdozent Dr. Thomas Klopstock von der Neurologischen Klinik der Universität München. "Das ist im Vergleich zu anderen 'anti-aging'-Ansätzen, etwa einer Kalorienreduktion, zwar nicht außergewöhnlich viel. Die Einnahme von Kreatin wäre aber als bislang einzige Maßnahme vermutlich relativ problemlos vom Tier auf den Menschen übertragbar."

Eine schützende Wirkung von Kreatin auf Nervenzellen war in den letzten Jahren in Tiermodellen für Parkinson und Chorea Huntington bereits gezeigt worden. Da diese neurodegenerativen Erkrankungen auf ähnlichen molekularen Mechanismen beruhen wie der Alterungsvorgang selbst, wollte das Team um Klopstock die Auswirkungen der Substanz auf die Lebensspanne von Mäusen testen.

Dazu verabreichten sie 162 weiblichen Mäusen die gleiche Diät, wobei bei der Hälfte der Tiere Kreatin beigemischt war. Es zeigte sich, dass die Lebensspanne der Tiere, die Kreatin zu fressen bekamen, im Schnitt um neun Prozent verlängert war. "Wir fanden aber noch weitere positive Effekte", berichtet Klopstock.

"So schnitten die Mäuse im hohen Alter körperlich, also in puncto Muskelkraft und Gleichgewicht, aber auch in Bezug auf ihr Gedächtnis, deutlich besser ab. Das zeigte sich unter anderem daran, dass sich eine geringere Menge des Alterspigments Lipofuszin im Gehirn ablagerte, und auch die freien Sauerstoffradikale reduziert waren. Dagegen steigerte sich die Aktivität von 'anti- aging'-Genen im Gehirn, die das Wachstum der Neuronen fördern und diese Zellen schützen sowie das Lernen erleichtern. Weil die gute Verträglichkeit von Kreatin bereits bekannt und erprobt ist, könnte diese Substanz möglicherweise also auch zu einem gesunden Altern beim Menschen beitragen."

MEDICA.de; Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München