Krebs bei Kindern: Die Gene spielen eine Rolle

09.03.2015
Foto: Prof. Christian Kratz

Prof. Kratz und sein Forschungsteam konnten zeigen, dass Kinder mit RASopathien ein erhöhtes Krebsrisiko haben; © MHH/ Kaiser

Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben bewiesen, dass Kinder mit sogenannten RASopathien, einer Gruppe von erblichen Erkrankungen, ein zehnfach erhöhtes Krebsrisiko haben.

Obwohl in der Behandlung von Kindern mit Krebserkrankungen große Fortschritte gemacht wurden, ist erst wenig über die Ursachen von Krebs im Kindesalter bekannt. Eine Ausnahme sind einige Erberkrankungen, die das Krebsrisiko bereits bei Kindern erhöhen. Nun haben MHH-Wissenschaftler bewiesen, dass Kinder mit sogenannten RASopathien, einer Gruppe von erblichen Erkrankungen, ein zehnfach erhöhtes Krebsrisiko haben.

Das British Journal of Cancer veröffentlichte die Ergebnisse der Forschergruppe um Professor Christian Kratz, Leiter der MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Er wird vom Verein für krebskranke Kinder Hannover e.V. unterstützt.

Die Wissenschaftler haben erstmals das mit RASopathien verbundene Krebsrisiko im Kindesalter quantitativ nachweisen können: Sie haben festgestellt, dass von insgesamt 735 Kindern und Jugendlichen mit RASopathien zwölf an Krebs erkrankten.

Im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung tritt in einer Gruppe einer solchen Größe im Schnitt nur eine Krebserkrankung auf. Die Daten stammen aus den 25 Laboren, in denen in Deutschland die Erkrankung diagnostiziert werden kann.

Zu den untersuchten Erkrankungen gehört das "Noonan-Syndrom". Einer von 3000 Menschen wird damit geboren. Es umfasst Entwicklungsstörungen, aus denen auch Fehlbildungen wie Kleinwuchs und angeborene Herzfehler hervorgehen können. "Unsere Ergebnisse tragen dazu bei, die Entwicklung von Krebserkrankungen besser zu verstehen – eine Grundvoraussetzung für eine bessere Therapie", sagt Kratz.

MEDICA.de; Quelle: Medizinische Hochschule Hannover (MHH)