Immer mehr Patienten benötigen ein neues Organ. Die Zahl der Organspender ist in den meisten Ländern aber deutlich geringer als benötigt. Experten fassen die Kriterien für ein geeignetes Spenderorgan daher immer weiter. Neben Organen von „expanded criteria donors (ECD)“ – also Spendern mit erweiterten Kriterien – gibt es inzwischen auch „extreme expanded criteria donors (X-ECD)“ – Spender mit extrem erweiterten Kriterien. Deren Organe sind offenbar ebenso brauchbar wie die Organe der ECD, wie jetzt auf dem 13. Jahreskongress der „European Society for Organ Transplantation” bekannt wurde.

Definiert wurden diese Kriterien 2002 vom „United Network for Organ Sharing (UNOS)“. Dazu gehören zum Beispiel Nieren von Spendern, die älter als 60 Jahre sind, oder älter als 50 Jahre mit internistischen Erkrankungen wie Hypertonie oder erhöhte Kreatininspiegel. Die X-ECD haben zusätzlich eines der folgenden Kriterien: der verstorbene Spender war älter als 70 Jahre, starb an einem Herzversagen, war mehr als 30 Stunden vor der Transplantation gekühlt oder hat mehr als 30 Prozent glomerulosklerotisches Gewebe.

In einer Studie hat man die Ergebnisse von Nierentransplantationen in zwei Gruppen miteinander verglichen. In einer Gruppe waren 71 Patienten, die ECD-Nieren erhalten hatten. 80 weiteren Patienten waren X-ECD-Nieren transplantiert worden.

Nach einem Follow-Up von durchschnittlich 30 Monaten hatten in beiden Gruppen etwa gleich viele Patienten überlebt, nämlich 93 Prozent. Auch die Rate des Organüberlebens war mit 85 Prozent in beiden Gruppen gleich, so wie auch die durchschnittlichen Serum-Kreatininwerte über zwölf Monate (1,8 mg/dL). Auch akute Abstoßungsreaktionen (elf Prozent), Infektionen, Reoperationen und die durchschnittliche Länge des Krankenhausaufenthaltes war in beiden Gruppen miteinander vergleichbar.

MEDICA.de; Quelle: European Society for Organ Transplantation 13th Congress and European Society for Organ Transplantation ETCO 15th Congress