Im Unterschied zu Rücken- und Knieschmerzen, bei denen die Akupunkturbehandlung zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung möglich ist, hat der GBA die Akupunktur als Kassenleistung zur vorbeugenden Behandlung bei Migräne und Spannungskopfschmerz abgelehnt.

Der GBA argumentiert, dass die Behandlungsergebnisse nicht besser seien als die herkömmliche vorbeugende Behandlung bei Migräne, etwa mit einem Betablocker. Die Rate der Migränepatienten mit einer über 50prozentigen Besserung der Migräne betrug in der Studie nach Akupunktur etwa 50 Prozent, bei medikamentösen Therapien liegt diese Quote bei ca. 60 bis 70 Prozent.

Nach Ansicht von PD Dr. Peter Kropp, dem Generalsekretär der DMKG, sollte jedoch nicht nur die absolute Erfolgsrate als Entscheidungskriterium herangezogen werden. "Mindestens genau so wichtig ist es zu beurteilen, wie stark die Nebenwirkungen der Behandlung sind und welche Kosten insgesamt entstehen." Insbesondere diese sogenannten "sekundären Zielparameter" wiesen bei der Akupunktur Vorteile auf.

Letztlich habe sich laut Evers, "der GBA auch vor der Stellungnahme gedrückt, wie er es bewertet, dass die traditionelle chinesische Akupunktur dieselbe Wirksamkeit aufweist wie eine Scheinakupunktur." Nach Evers Ansicht muss hierzu das Design der Studien berücksichtigt werden, das eine sehr engmaschige Betreuung der Patienten beinhaltet hatte. Möglicherweise sei die hohe Effektivität der Akupunktur auch darauf zurückzuführen. Evers: "Somit ist es noch zu früh, abschließend über die Wirksamkeit der Akupunktur bei Migräne im Vergleich zu anderen Schmerzindikationen zu urteilen." Stattdessen seien weitere Studien mit besseren Kontrollen notwendig.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften