Den aussichtsreichen Alzheimer-Therapieansatz mit Kupfer hat eine Arbeitsgruppe um den Biochemiker Gerd Multhaup von der Freien Universität Berlin gemeinsam mit dem Neurobiologen Thomas Bayer von der Universität des Saarlandes entdeckt.

Die Studie geht von der Vermutung aus, dass der Stoffwechsel des essentiellen Metallions Kupfer bei der Alzheimer-Krankheit beeinträchtigt ist. Ergebnisse aus in vitro-Studien und aus Studien mit transgenen Mäusen, die das menschliche Amyloid Vorläuferprotein (AßPP) exprimieren, zeigen, dass erhöhte AßPP und Aß-Spiegel zu einer Absenkung des Kupfers in den Zellen führen. Kupfer wird aus den Zellen hinaustransportiert und führt so zu einem Mangel im Gewebe, der in den Zellen eine verminderte Aktivität des Enzyms Superoxid-Dismutase nach sich zieht.

Gerd Multhaup und Thomas Bayer haben im Rahmen einer Studie 32 Patienten mit milder bis moderater Demenz untersucht. Sie analysierten den Kupfergehalt des Bluts und mit Hilfe des ADAS-cog-Tests die kognitiven Leistungsmerkmale der an Alzheimer Erkrankten. Eine erste statistische Auswertung hat eine negative Korrelation zwischen Kupfergehalt des Plasmas und kognitiver Leistung ergeben, resümieren die Forscher.

Patienten mit niedrigem Kupferspiegel zeigten signifikant höhere ADAS-cog-Werte (mehr Fehler im Test) als Patienten mit durchschnittlichen Kupferwerten. "Das Ergebnis stützt die Hypothese, dass die meisten Alzheimer-Patienten unter Kupfermangel leiden", schlussfolgert Gerd Multhaup und glaubt, dass eine vermehrte Aufnahme von Kupfer über die Nahrung therapeutisch von Nutzen sein könnte.

Ob das zutrifft, wird die derzeit durchgeführte doppelblinde Studie zeigen, die sich in der klinischen Phase II befindet und an der Universität des Saarlands unter der Leitung von Frank Pajonk und Thomas Bayer in der Klinik für Psychiatrie durchgeführt wird.

MEDICA.de; Quelle: Freie Universität Berlin