Aus früheren Studien weiß man, dass Schlafentzug unter experimentellen Bedingungen zu einer eingeschränkten Glukosetoleranz führen kann. Über die Auswirkungen des gewöhnlichen Schlafverhalten auf die Glukosetoleranz beziehungsweise das Diabetes mellitus-Risiko weiß man dagegen herzlich wenig.

Das wollten Wissenschaftler nun ändern und unerzogen 722 Männer und 764 Frauen - allesamt Teilnehmer der "Sleep Heart Health Study" - einer Befragung mittels standardisiertem Fragebogen. Das Alter der Teilnehmer lag zwischen 53 und 93 Jahren.

Die durchschnittliche Schlafdauer der Probanden lag bei sieben Stunden pro Nacht. 27,1 Prozent schliefen jedoch höchstens sechs Stunden pro Nacht. Im Vergleich zu jenen Studienteilnehmern, die sich sieben bis acht Stunden Schlaf gönnten, hatten jene, die mit höchstens fünf Stunden auskamen, ein 2.51-fach höheres Risiko, an einem Diabetes mellitus zu erkranken. Bei sechs Stunden pro Nacht lag es immerhin noch um 66 Prozent höher. Auch in Bezug auf den Glukosetoleranztest waren die Werte bei fünf oder sechs Stunden Schlaf pro Nacht deutlich ungünstiger als bei den Normalschläfern von sieben beziehungsweise acht Stunden.

Ähnlich sah es aber auch bei den Langschläfern aus: Teilnehmer, die laut Eigenbericht neun Stunden oder mehr pro Nacht schliefen, hatten ebenfalls ein erhöhtes Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken beziehungsweise eine gestörte Glukosetoleranz aufzuweisen.

Teilnehmer, die besonders wenig oder viel schliefen, waren übrigens im Durchschnitt älter als die Normalschläfer. Die Empfehlung der Studienleiter ist so simpel wie einleuchtend: Sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht sollten sein, sind aber ausreichend.

MEDICA.de; Quelle: Archives of Internal Medicine 2005, Vol. 165, S. 863-868