Das Verfahren der Kyphoplastie mit Biozement wurde im Universitätsklinikum Heidelberg erstmals vor vier Jahren eingesetzt. Dabei werden eingebrochene Wirbel mit Hilfe eines aufblasbaren Ballons und eingespritztem Biozement wieder aufgerichtet. Das verwandte Verfahren der Vertebroplastie sowie die Kyphoplastie mit aushärtendem Kunststoff wird an mehreren Kliniken in Deutschland praktiziert.

Die Ergebnisse der weltweit einzigen kontrollierten Studie zur Wirksamkeit der Kyphoplastie, die am Universitätsklinikum Heidelberg durchgeführt wurde, kamen nun zu einem beeindruckenden Ergebnis: Patienten haben kaum noch Schmerzen, sie sind beweglicher.

Vor allem: Neue Frakturen sind seltener als bei den medikamentös behandelten Osteoporose-Patienten. Gravierende Nebenwirkungen des Eingriffs wurden nicht beobachtet. Grundlagen des Erfolgs sind nach Angaben der Studienautoren eine sorgfältige Auswahl der Patienten und eine interdisziplinäre Behandlung.

Bemerkenswert ist vor allem, dass die Patienten ein Jahr nach der Kyphoplastie weniger weitere Wirbeleinbrüche erlitten haben als die Patienten der Vergleichsgruppe, die nur mit Medikamenten gegen Knochenschwund und stabilisierenden Maßnahmen behandelt werden. Denn die Patienten, die bereits einen eingebrochenen Wirbelkörper haben, tragen ein sehr hohes Risiko, weitere Brüche zu erleiden.

Begleitende Untersuchungen an Tieren deuten darauf hin, dass der zur Wiederaufrichtung verwendete verträgliche Biozement allmählich von Blutgefäßen durchsetzt und neues Knochenmaterial entlang der Blutgefäße aufgebaut wird. Somit besteht die Hoffnung, dass die Biozementplomben im Laufe von Jahren durch normales Knochengewebe ersetzt werden.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Bone and Mineral Research 2005, Vol. 20, S. 604-612