Wenn Patienten ein erhöhtes Risiko für eine Hypertonie haben, dann sollten sie zunächst ihren Lebensstil ändern. Dazu gehört, gegebenenfalls Gewicht zu verlieren, aber auch eine vernünftige Ernährung mit wenig Salz. Es gibt zahlreiche Studien, die den Nutzen der Salzreduktion in Bezug auf eine Hypertonie nachgewiesen haben. Ob wenig Salz in der Nahrung aber auch tatsächlich das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen senken kann hat man bislang noch kaum untersucht.

Nun hat sich Dr. Nancy R. Cook vom Brigham and Women's Hospital in Boston, Massachusetts, USA, daran gemacht, diese wissenschaftliche Lücke zu füllen. Dazu bediente sie sich der Daten zweier großer Studien – der TOHP I- und TOHP II-Studie, an denen 744 beziehungsweise 2.382 Personen teilgenommen hatten. Alle Patienten waren zu Beginn der Studie zwischen 30 und 54 Jahre alt und zeigten bereits erhöhte Blutdruckwerte.

Randomisiert wurden die Patienten in Bezug auf eine natriumarme Ernährung geschult oder sie dienten als Kontrollgruppe. Die Patienten aus der TOHP-I-Studie wurden nach Ende der Studie durchschnittlich zehn Jahre lang nachverfolgt, die Probanden aus TOHP-II fünf Jahre.

Bei acht Prozent aller Teilnehmer trat innerhalb der Nachbeobachtungszeit ein kardiovaskuläres Ereignis ein wie etwa ein Myokardinfarkt. Es zeigte sich, dass jene Probanden, die zuvor innerhalb ihrer Studiengruppe auf eine salzarme Ernährung geachtet hatten, deutlich seltener ein solches kardiovaskuläres Ereignis erlitten wie die Probanden der Kontrollgruppe, nämlich etwa 30 Prozent seltener.

Die Studienleiter geben zu, dass ihre Studie Schwächen hat. So wurde während des Nachbeobachtungszeitraums der Blutdruck nicht mehr kontrolliert, ebenso wenig die Einnahme von Salz. Dennoch reichen die Daten ihrer Ansicht nach aus, um eine salzarme Ernährung nachhaltig zu empfehlen.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2008, Early Online