Längeres Leben bei höheren Bezügen

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Die Lebenserwartung insgesamt hat
sich erhöht, aber sie ist nicht für
alle gleich; © Marten/Pixelio.de

Je nach wirtschaftlicher und sozialer Lage differiert die Lebenserwartung von 65-jährigen Männern um bis zu fünf Jahre. Soziale Unterschiede bei der Lebenserwartung sind sowohl unter Rentnern als auch unter Pensionären zu beobachten. Pensionierte Beamte leben durchschnittlich zwei Jahre länger als Rentner.

Für ihre Analyse verwendeten die Autoren anonymisierte Datensätze der Deutschen Rentenversicherung und des Statistischen Bundesamtes und teilten die Rentner nach der Einkommenshöhe gestaffelt in gleich große Gruppen. Diese stellten sie den vier Laufbahngruppen der pensionierten Beamten gegenüber.

65-jährige Rentner leben danach im Durchschnitt weitere 15,8 Jahre. Je nach finanzieller Stellung im Berufsleben unterscheidet sich die fernere Lebenserwartung um knapp drei Jahre: Wohlhabende Rentner leben im Schnitt weitere 17,5 Jahre, schlechter gestellte 14,6 Jahre. Pensionäre haben mit 65 eine durchschnittliche fernere Lebenserwartung von 17,8 Jahren. Sie variiert zwischen 15,8 Jahren bei pensionierten Beamten im einfachen Dienst und 19,6 Jahren bei Beamten des höheren Dienstes.

Die Forscher führen die soziale Ungleichheit bei der Lebenserwartung auf verschiedene Ursachen zurück. So arbeiteten Personen mit höherem Lebenseinkommen oder höherer Laufbahn eher in Berufen, die körperlich nicht so stark belasten. Sie haben seltener mit existenziellen wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen, was sich wiederum positiv auf Lebenszufriedenheit und Gesundheitsbewusstsein auswirke. Besser gestellte Personen hätten eher das Geld, um zusätzliche Gesundheits- und Altersvorsorgeprodukte zu finanzieren.

Zudem verbessere die bei Beamten wie Pensionären verbreitete private Krankenversicherung die medizinische Versorgung. Und die obligatorische Gesundheitsprüfung vor der Übernahme ins Beamtenverhältnis beeinflusse die statistische Lebenserwartung: So gelangen von vornherein nur tendenziell gesündere Bewerber in den Staatsdienst.

MEDICA.de; Quelle: Hans-Böckler-Stiftung