Lärm ist die größte Gefährdung am Arbeitsplatz

2006 muss ab 85 Dezibel der
Kopfhörer über die Lauscher
© Hemera

Nach Angaben des BGIA gaben die Berufsgenossenschaften rund 162 Millionen Euro im Jahr 2004 aus, um lärmbedingte Berufskrankheiten zu kompensieren und behandeln zu lassen. "Lärm kann das Gehör unheilbar schädigen", so Dr. Walter Eichendorf, stellvertrender Hauptgeschäftsführer des Hauptverbands der gewerblichen Berufsgenossenschaften. "Meist bemerken die Betroffenen den Schaden erst, wenn es zu spät ist. Mit erheblichen medizinischen aber auch sozialen Folgen. Lärmprävention ist daher enorm wichtig."

Das Problem der durch Lärm verursachten Erkrankungen besteht nicht nur deutschlandweit. Auch die Europäische Union hat sich dem Thema angenommen: Im Jahr 2006 tritt die Neufassung der europäischen Lärmschutzrichtlinie in Deutschland in Kraft, die die bisherigen Grenzwerte absenkt. Dann müssen die Mitarbeiter schon ab 85 Dezibel - statt wie bisher 90 Dezibel – einen Gehörschutz tragen.

Fünf Dezibel klingen erstmal nach wenig. Die Fachleute schätzen dies aber als eine bedeutende Senkung ein: "Die fünf Dezibel machen eine Menge aus", erläutert Dr. Martin Liedtke, Lärmschutzexperte beim BGIA. "Drei Dezibel stellen bereits eine Verdoppelung der Schallenergie dar. Bei zehn Dezibel mehr empfindet ein Mensch den Lärm bereits als doppelt so laut."

Eine Prävention zum Schutz der Beschäftigten vor Lärm zahle sich laut BGIA für die Unternehmen auch wirtschaftlich aus. "Investitionen in Lärmschutz, beispielsweise leisere Maschinen, rechnen sich“, sagt Eichendorf. „Studien haben eindeutig nachgewiesen, dass Lärmschutz die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter und damit die Produktivität erhöht. Gleichzeitig wird die Zahl der Krankheitstage gesenkt."

MEDICA.de; Quelle: Berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitsschutz (BGIA)