Studien haben gezeigt, dass Wirkstoffe aus der Gruppe der Statine die Langzeitprognose von Patienten mit einem Diabetes mellitus Typ 2 verbessern können. Dabei wurden die LDL-Cholesterinspiegel der Probanden auf die jeweils gültigen Grenzwerte herabgesenkt. Es gibt nun Hinweise darauf, dass es nützlich sein könnte, die Fett- und Blutdruckwerte von Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 auch unter die derzeit gültigen Grenzwerte abzusenken. Dieser Frage ist die „Stop Atherosclerosis in Native Diabetics (SANDS)“-Studie nachgegangen.

An dieser Studie nahmen 548 US-Amerikaner aus der indianischstämmigen Bevölkerung teil. Alle waren älter als 40 Jahre und litten an einem Diabetes mellitus vom Typ 2. Die LDL-Cholesterinwerte lagen bei mindestens 100 mg/dL und der systolische Blutdruck bei mehr als 130 mm/Hg. Randomisiert wurde bei den Probanden entweder mit Hilfe einer aggressiven Statintherapie der LDL-Cholesterinwert auf unter 70 mg/dL und die Blutdruckwerte auf unter 115 mmHg gesenkt. In der konventionellen Therapiegruppe waren die Studienleiter mit einem Grenzwert von 100 mg/dL und einem Blutdruckwert von unter 130 mmHg zufrieden.

Während des Behandlungszeitraums von zwölf Monaten war die Rate kardiovaskulärer Ereignisse in beiden Gruppen vergleichbar niedrig. Deutliche Unterschiede aber bei der Dicke der Gefäßwand in der Arteria carotis: Während dieser Wert in der konventionellen Gruppe mit plus 0,038 Millimetern fast gleich blieb, sank er unter der aggressiven Therapie um 0,012 Millimeter (p kleiner 0.001).

Auch die Masse des linken Ventrikels wurde unter der aggressiven Therapie deutlich stärker entlastet: Sie sank um 1,2 Gramm pro Kubikmillimeter in der konventionellen Gruppe und um 2,4 Gramm in der Gruppe der aggressiven Therapie (p gleich 0.03).

Allerdings war auch die Zahl der unerwünschten Wirkungen unter der aggressiven Statintherapie signifikant höher als unter der Standardtherapie: 38,5 Prozent versus 26,7 Prozent (p gleich0.005).

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2008, Vol. 299, S. 1678-1689