Gesundheits-Check beim Arzt: Der Patient bekommt Blut und Urin abgenommen. Die Proben gehen dann in ein Labor, wo sie zum Beispiel auf das Vorhandensein bestimmter Proteine untersucht werden. Solche Laboranalysen sollen in Zukunft genauer, schneller und kostengünstiger werden.

Eine Forschergruppe um Dr. Sebastian Schlücker vom Institut für Physikalische Chemie hat mit Kollegen aus Chemie und Medizin ein neuartiges Verfahren entwickelt: Winzig kleine Partikel aus Edelmetallen wurden so verändert, dass sie ganz gezielt an Proteine, DNA oder andere Zielmoleküle andocken. Werden sie dann mit Laserlicht bestrahlt, geben sie charakteristische Streusignale ab, die sich messen lassen.

Der Vorteil: Bei diesem Verfahren kann man eine zu analysierende Probe gleich mit mehreren Partikeln zusammenbringen, die jeweils unterschiedliche Moleküle enttarnen. "Das spart Zeit und Geld", sagt Schlücker, "weil sich in der Probe in einem Aufwasch zum Beispiel viele verschiedene Proteine analysieren lassen". Außerdem ist das Verfahren quantitativ. Es weist die gesuchten Moleküle also nicht nur nach, sondern erfasst auch ihre Menge.

Die Technologie wurde zum Patent angemeldet und eignet sich auch für andere Einsatzfelder. Etwa für die Suche nach krankheitserregenden Mikroorganismen in Kliniken oder für die Analyse von Krebsgeschwulsten. Tumore haben oft sehr spezielle Eigenschaften, die im Labor anhand von Gewebeproben ermittelt werden. Das Ergebnis dieser Untersuchungen bestimmt wesentlich mit, welche Therapie die beste ist. Das Verfahren, das Schlücker und sein Team entwickelt haben, könnte auch Tumoranalysen noch genauer machen.

MEDICA.de; Quelle: Julius-Maximilians-Universität Würzburg