Laser-Längsschnitt durch arthritische Finger möglich

Früherkennung von Rheuma mit
SLOT-Methode einfacher
© Hemera

Ein internationales Wissenschaftler-Team der Universität Göttingen, der Charité Berlin und der Columbia University in New York hat einen Prototyp des SLOT-Systems entwickelt, welches zu einem in der rheumatologischen Praxis einsetzbaren Gerät weiter entwickelt werden soll.

In einer Studie, untersuchten Wissenschaftler kleine Fingergelenke von 13 Patienten, die an rheumatoider Arthritis unterschiedlichen Schweregrades litten. Die Wissenschaftler verglichen die Ergebnisse der SLOT-Methode mit der Ultraschall- und der klinischen Untersuchung der Fingergelenke. Das SLOT-System erfasste Entzündungen in frühen Stadien mit einer Genauigkeit, die bereits jetzt mit der Ultraschalluntersuchung vergleichbar ist. Gegenüber der Ultraschalluntersuchung ist das SLOT-System schneller und erfordert weniger Erfahrung des Arztes bei der Untersuchung.

Das Sagittal Laser Optical Tomography (SLOT)-Gerät ist aus einem Diodenlaser und einem Detektor aufgebaut. Ein Laser durchleuchtet von oben punktförmig das Fingergelenk des Patienten, während unten eine Fotodiode die Strahlen auffängt. Beide Komponenten sind unabhängig von einander bewegbar. Die Daten werden von einem Computer zu einem Schnittbild verrechnet. "Der derzeit verwendete Prototyp des SLOT-Gerätes braucht etwa drei Minuten für die Untersuchung eines Fingergelenkes. Die Verrechnung der Daten zu einem Schnittbild des Fingers durch einen Großrechner in den USA dauert weitere drei Stunden.

"Wir wollen mit einer schnelleren Datenverarbeitung die Untersuchungszeit auf unter eine Minute senken. Damit könnten wir ein handliches Gerät für die rheumatologische Praxis schaffen, das die Ultraschalluntersuchung wertvoll ergänzen kann", sagt Dr. Alexander Scheel.

MEDICA.de; Quelle: Georg-August-Universität Göttingen