Laser gegen Nackenschmerzen

Foto: Laserstrahlen

Laser mit wenig Energie helfen
möglicherweise bei chronischen
Nackenschmerzen; © SXC

"Das ist eine überraschende und vielleicht auch eine gute Nachricht", kommentiert die Würzburger Neurologin und Schmerzforscherin Professor Claudia Sommer von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie die Untersuchung. In der Übersichtsarbeit, in der Forscher um Roberta T. Chow vom Brain and Mind Research Institute in Sydney 16 Studien mit insgesamt 820 Patienten analysiert haben, schnitten niederenergetische Laserstrahlen besonders im Vergleich mit schmerzstillenden Medikamenten günstig ab.

Zusammen mit Kollegen hatte Chow zunächst aus 490 Literaturhinweisen 16 Studien mit 820 Teilnehmern ausgesiebt, bei denen die Low-Level-Laser-Therapy (LLLT) gegen unspezifische Nackenschmerzen erprobt worden war, und die strengen wissenschaftlichen Kriterien genügten.

Zum chronischen Nackenschmerz fanden Chow und Kollegen fünf Studien, bei denen der Erfolg der Behandlung kategorisch mit Ja oder Nein erfasst wurde. Hier war die Lasertherapie vier Mal häufiger wirksam als die Scheinbehandlung. Weitere elf Studien zu chronischen Nackenschmerzen hatten die Schmerzlinderung anhand 100-teiliger visueller Analogskalen bewertet. In jeder einzelnen dieser Untersuchungen war die Laserbehandlung tendenziell überlegen gewesen.

Anhand der sieben Studien mit Folgeuntersuchungen ergab sich, dass der Erfolg auch mittelfristig anhielt. Die Nebenwirkungen der LLLT wären dabei ebenso mild wie die unter einer Scheinbehandlung, notieren Chow und Kollegen.

"Die Ergebnisse der niederenergetischen Lasertherapie sind im Vergleich zu anderen gebräuchlichen Therapien besser - insbesondere gegenüber medikamentösen Interventionen, für die es nur spärliche Beweise gibt, aber viele Nebenwirkungen", schreiben die Wissenschaftler, und sie sprechen von "mäßiger statistischer Evidenz" für die Wirksamkeit der LLLT. "Der Direktvergleich zu medikamentösen und anderen Therapieformen, zum Beispiel den häufig verwendeten Injektionstherapien oder Physiotherapie, wäre allerdings noch zu erbringen", meint Sommer.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Neurologie