Laufen macht schlau

Foto: Frau bei der Messung ihrer Gehirnaktivität

Auch Messungen der elektrischen
Aktivitäten des Gehirns waren
Bestandteil der Studie; © Uni Ulm

"Sport macht das Gehirn effektiver", bestätigt Professor Manfred Spitzer, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III der Universität Ulm und Leiter des Transferzentrums für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL). An der Studie beteiligten sich in der Anfangsphase mehr als 100 Probanden. 77 hatten bis zum Ende durchgehalten. Durch zusätzliche psychologische Tests, Messungen der elektrischen Aktivitäten des Gehirns sowie genetische und molekularbiologische Aspekte der Hauptstudie erlangten die Wissenschaftler nun noch genauere Ergebnisse als in der Pilotstudie vor drei Jahren.

Danach erzielte die sportlich aktive Probandengruppe eine deutliche Verbesserung des räumlichen Vorstellungsvermögens. Noch bemerkenswerter, so die Autoren der Studie: Genetisch bedingte Nachteile beim Abbau des Dopamin-Spiegels infolge geistiger Anstrengungen können durch sportliche Aktivitäten ausgeglichen werden. Auch die EEG- Untersuchungen belegten "einen eindeutigen Zusammenhang zwischen körperlicher Fitness und hirnelektrischen Prozessen", so die Autoren. Konkret: "Fittere Probanden zeigen eine schnellere und effizientere Reizverarbeitung", berichten die Studienleiter.

Das Potential des Gehirns lasse sich durch Ausdauertraining steigern, aber nur Laufen reiche auch nicht. Am Lernen führe jedenfalls kein Weg vorbei. Wobei ohnehin das räumliche Vorstellungsvermögen mehr von den körperlichen Aktivitäten profitiere als die verbale Merkfähigkeit etwa. Vokabeln lernen gelinge durch Laufen nicht unbedingt besser.

Offen sei dagegen nach wie vor, welche Bewegungsformen die geistige Leistungsfähigkeit besonders verbessern, ebenso die optimale Dauer der Aktivitäten. Konsequenzen aus ihren Erkenntnissen für die Schulpolitik und Unterrichtsgestaltung sind aus Sicht der Wissenschaftler gleichwohl angebracht. Reduzierte oder gar ausfallende Sportstunden jedenfalls seien hier der falsche Ansatz.

MEDICA.de; Quelle: Universität Ulm