Sie erhalten den Preis für die gemeinsame Forschung an Störungen der Verarbeitung und der Kontrolle der Übermittlung der genetischen Information innerhalb der Zelle, dem so genannten RNA-Metabolismus, bei häufigen angeborenen Krankheiten der Blutbildung und der Blutgerinnung.

Das Kuratorium des Forschungspreises betont in seiner Auswahlentscheidung das beispielgebende Konzept und die erfolgreiche Umsetzung der Zusammenarbeit von Grundlagenwissenschaft und Klinischer Forschung.

Die beiden Preisträger haben in gemeinsamen Arbeiten gezeigt, wie Fehler in der Expression von Genen, im Rahmen einer zellulären Qualitätskontrolle auf RNA-Ebene, korrigiert und so die Entstehung einer Krankheit, die die Blutbildung stört, verhindert werden kann. Darüber hinaus haben sie am Beispiel einer der häufigsten Störungen der Blutgerinnung einen gänzlich neuen und überraschenden Mechanismus einer Störung des RNA-Metabolismus entdeckt und in der molekularen Wirkweise charakterisiert.

Dieser neu entdeckte Mechanismus führt zu einer Steigerung der Effizienz der Verarbeitung genetischer Information in der Zelle und so zum Ungleichgewicht von Blutgerinnung fördernden und hemmenden Bluteiweißen und damit zur Thromboseneigung.

Das Preisgeld soll nun dafür genutzt werden, molekulare Schalter dieser wichtigen Kontrollmechanismen der Genexpression zu identifizieren. Dadurch sollen Wege einer gezielten Einflussnahme aufgezeigt werden, die zu neuen therapeutischen Strategien führen könnte.

Mit dem Lautenschläger-Forschungspreis werden international anerkannte Wissenschaftler der Universität Heidelberg und renommierte ausländische Wissenschaftler ausgezeichnet, die der Universität Heidelberg in wissenschaftlicher Kooperation verbunden sind.

MEDICA.de; Quelle: Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg