Lebendimpfstoff gegen Influenza bei Mäusen erfolgreich

Neuer Impfstoff gegen Influenza
schlägt bei Mäusen gut an;
©Hemera

Das Protein Hämagglutinin sitzt auf der Oberfläche des Virus. Seine Spaltstelle ist zentral für den Prozess der Infektion einer Wirtszelle: Wird sie gespalten, kommt es zu einer Strukturveränderung des Proteins, das Hämagglutinin faltet sich und die Hülle des Virus verschmilzt mit einer zellulären Membran. Erst jetzt kann das Virus sein genetisches Material in die Wirtszelle einbringen.

Auslöser für den Prozess der Faltung sind bestimmte Enzyme, Proteasen genannt, die im Wirtsorganismus selbst vorliegen. "Die Spaltstelle haben wir nun genetisch so modifiziert, dass sie nur noch von einer ganz bestimmten Protease, nämlich der Elastase, gespalten werden kann erklärt Virologe Jürgen Stech. Die Elastase wiederum ist im lebenden Organismus nur in begrenztem Maße vorhanden. In Zellkulturen hingegen lässt sich die Mutante, die Stech auf den Namen WSN-E getauft hat, ebenso gut in großer Menge züchten wie das infektiöse Originalvirus WSNwt und kann so als Basis für einen Impfstoff dienen.

Mit großem Erfolg haben die Virologen den neuen Lebendimpfstoff bereits an Mäusen getestet. Ab einer bestimmten Dosierung überlebten alle Tiere der infizierten Versuchsgruppe. Bei der höchsten Dosis wiesen die Mäuse nicht einmal mehr Krankheitssymptome auf, die infizierten und noch im Wachstum befindlichen Jungmäuse legten sogar weiter an Gewicht zu.

"Unsere Virusmutante hat Modellcharakter für beliebige Influenza-A-Viren", so Stech. Insbesondere die große Ähnlichkeit von Mutante und Wildtyp führe zu einer sehr effektiven Immunantwort des Körpers. "Unsere Mutante besitzt lediglich eine andere Spaltstelle als der Wildtyp. Alle Antigene hingegen, die das Immunsystem zur Bildung von Antikörpern und Killerzellen anregen, sind identisch."

MEDICA.de; Quelle: Philipps-Universität Marburg