Eine Endometriose kann deutliche Beschwerden machen. Ausgehend von der Annahme, dass Frauen mit Endometriose hinsichtlich ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind, haben Wissenschaftler im Rahmen einer Pilotstudie nach möglichen Einflussfaktoren für die Lebensqualität gesucht. Die Studienpopulation rekrutierte sich aus den Mitgliedern der Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.

Die Daten wurden erhoben durch einen Fragebogen, der der Mitgliederzeitschrift der Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V. beigelegt wurde. Mittels der Kurzform des standardisierten Health Survey (SF 12) konnte dann die Lebensqualität (LQ) gemessen werden. Im Rahmen von linearen Regressionsanalysen wurden die Einflüsse ausgewählter Parameter auf die Lebensqualität untersucht.

Die Auswertung zeigte insbesondere hinsichtlich der psychischen Gesundheit (psychische Summenskala) erheblich schlechtere Lebensqualitätswerte als Vergleichswerte deutscher Normstichproben anderer schwerer Erkrankungen. Darüber hinaus konnte nachgewiesen werden, dass Frauen mit Endometriose im sozialen und beruflichen Umfeld erheblich beeinträchtigt sind. Frauen mit schlechteren Lebensqualitätswerten sind gekennzeichnet durch höheres Alter, ungünstigeren Erwerbsstatus und stärkere Schmerzen.

Je niedriger die Lebensqualitätswerte der Frauen, desto öfter nahmen sie medizinische Leistungen in Anspruch, insbesondere von Ärzten, bis schließlich die Diagnose gestellt wurde. Daher ist es wichtig, Patientinnen mit psychischen Beeinträchtigungen rechtzeitig richtig zu diagnostizieren. Das hat nicht nur im Hinblick auf medizinische Leistungen, sondern auch aus volkswirtschaftlicher Sicht eine hohe Relevanz. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung psychosozialer Aspekte bei der Behandlung von Endometriose-Patientinnen in der gynäkologischen Praxis.

MEDICA.de; Quelle: Geburtshilfe und Frauenheilkunde 2007, Vol. 67, S. 1227-1231