Leberfettanteil ist bestimmender Indikator

Doktor Norbert Stefan, Leiter der Studie und Wissenschaftler an der Medizinischen Uniklinik Tübingen: "Unsere Studie gibt den Ärzten ein Instrument an die Hand, aus der zunehmenden Anzahl übergewichtiger Patienten diejenigen herauszufinden, die ein sehr hohes Erkrankungsrisiko haben".

314 Probanden zwischen 18 und 69 Jahren wurden für die Studie untersucht und es stellte sich heraus, dass der erhöhte Leberfettanteil der bestimmende Indikator für das spätere Erkrankungsrisiko darstellte. Zur Feststellung des erhöhten Leberfettanteils dienten Kernspinaufnahmen, da die kritische Schwelle im Ultraschall nicht sichtbar ist. Parallel zu einem im Kernspin erhöhten Leberfettanteil geht ein hoher, nüchtern gemessener, Insulinwert, einher. „Er ist unser bester Parameter“, sagt Stefan. Auf diese Weise könnten aus der steigenden Menge Übergewichtiger die herausgefiltert werden, die frühzeitig mit der Prävention beginnen sollten.

Am Tübinger Uniklinikum gibt es dazu das "Lebensstil Interventionsprogramm" eine Studie, die auf Prävention des Diabetes mellitus und seiner Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Herzinfarkt abzielt. Dazu wird seit 2003 in der Medizinischen Universitätsklinik in enger Zusammenarbeit mit der Sektion für Experimentelle Radiologie, der Nutzen der Umstellung auf gesunde Ernährung und die Steigerung der körperlichen Aktivität auf den Stoffwechsel wissenschaftlich untersucht. Knapp 400 Menschen nehmen derzeit teil.

Aber auch normalgewichtige Menschen sind nicht gegen Diabetes und Gefäßerkrankungen gefeit: Eine Studie aus den USA, die auch normalgewichtige Probanden in die Untersuchung einbezogen hat, stellte fest, dass auch unter den normalgewichtigen Probanden rund 23 Prozent eine Risikokonstellation für metabolische Erkrankungen aufweisen, das heißt, ein erhöhtes Risiko haben, an Diabetes oder Gefäßschäden zu erkranken. Auch hier war ein erhöhter Bauch- oder Taillenumfang ein Indiz für das Erkrankungsrisiko.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Tübingen