Je größer der Bedarf an Lebertransplantaten wird, desto eher kommen Leberlebendspenden in den Blick der Transplantationsmedizin. Allerdings sind solche Lebendspenden für den Spender nicht ungefährlich: Die Mortalität wie auch Morbidität solcher Personen ist erhöht. Bis zu 40 Prozent aller Lebendspender haben nach dem Eingriff Komplikationen. Glücklicherweise sind die meisten davon vorübergehend. Allerdings tragen etwa zwei Prozent der Spender Langzeitfolgen davon.

Die Transplantationszentren erhalten nicht immer Kunde davon, wenn einer ihrer Lebendspender nach der Transplantation ernsthaft erkrankt oder sogar verstirbt. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis solcher Leber-Lebendspenden muss daher erneut untersucht werden.

Exaktere Daten als bislang bekannt erhob nun eine Studie des „Center for Liver, Biliary and Pancreas Disease“ am Drexel University College of Medicine in Philadelphia, Pennsylvania, USA. Eine Arbeitsgruppe hat die gesamte einschlägige Literatur zu diesem Thema analysiert und ihre Ergebnisse jetzt auf dem „13th Annual International Congress of the International Liver Transplantation Society“ vorgestellt.

Auf der Basis ihrer Untersuchungen kamen die Wissenschaftler zu folgendem Ergebnis: Bei ungefähr 10.000 Leber-Lebendspende, die bisher weltweit unternommen wurden, starben zwischen 0.1 Prozent und 0.3 Prozent aller Spender.

Die Studienleiter fordern, dass alle Todesfälle oder zumindest ernsthaften Erkrankungen als Folge einer Leberlebendspende sofort gemeldet werden sollten. Nur so könne man langfristig Nutzen und Risiko dieser Art von Organspende richtig abschätzen, sagten sie auf dem Jahreskongress.

MEDICA.de; Quelle: International Liver Transplantation Society 13th Annual International Congress