Die Urolithiasis betrifft etwa fünf bis 15 Prozent aller Menschen weltweit. Außerdem gehört die akute Nierenkolik zu den häufigsten Gründen, warum Menschen eine Notfallambulanz aufsuchen. Wichtige Risikofaktoren für Nierensteine sind eine entsprechende Familienanamnese, voraus gegangene Nierensteine und anatomische Abnormalitäten des Harntraktes.

Auf der Basis neuerer Studien haben jetzt Wissenschaftler Leitlinien zum Management von Nierensteinen entworfen. Diese Leitlinien sagen unter anderem:

Die meisten Konkremente in den Nieren, die weniger als fünf Millimeter im Durchmesser sind, gehen innerhalb von vier Wochen nach dem ersten Auftreten von Beschwerden spontan ab. Dauern die Beschwerden länger als vier Wochen an, sollte man eine Therapie erwägen, da sonst das Risiko von renalen Strikturen steigt. Schnelles und entschlossenes Handeln ist dann angezeigt, wenn der Patient Anzeichen einer Infektion zeigt, starke Schmerzen hat oder erbricht. Eine akute Obstruktion muss ebenfalls sofort behandelt werden.

Bei der Therapie der Urolithiasis haben die Schockwellen-Lithotripsie, Ureteroskopie und perkutane Nephrolithotomie die offene Chirurgie abgelöste. Die Schockwellen-Lithotripsie soll bei bis zu 85 Prozent aller einfachen Nieren-Konkremente erfolgreich sein.

Bei komplexeren oder größeren Steinen sollte die perkutane Nephrolithotomie Behandlung der Wahl sein. Von einer Ureteroskopie profitieren dagegen vor allem schwangere Patientinnen, Personen mit starkem Übergewicht oder solche, die an Koagulopathien leiden.

Erst in jüngerer Zeit ist die Pharmakotherapie von Nierensteinen ins Blickfeld geraten. Kalziumkanalblocker, Steroide und Alpha-adrenerge Blocker werden zur Zeit in dieser Indikation geprüft. Hintergrund ist, dass sich im distalen Ureter viele Alpha-1-Adrenozeptoren befinden, die auf die entsprechenden Blocker ansprechen.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2007, Vol. 334, S. 468-472