Auch beim Mammakarzinom kann man Biomarker zur Diagnose und gegebenenfalls Verlaufskontrolle einsetzen. Eine entsprechende Leitlinie der „American Society of Clinical Oncology (ASCO)“ stammt aus dem Jahre 1999. Inzwischen hat sich auf dem Gebiet der klinischen Chemie und damit auch der Biomarker sehr viel getan. Zeit, die Leitlinien zu überarbeiten und auf den neusten Stand zu bringen. Wesentliche Neuerungen in den aktuellen Leitlinien sind:

Der Status der Steroidhormon-Rezeptoren sollte bestimmt werden, um solche Patientinnen zu erkennen, die wahrscheinlich von einer endokrinen Therapie profitieren könnten. Neu in den aktuellen Leitlinien sind Marker der Krebsproliferation. Bis jetzt sind die Daten aber nicht ausreichend, um aufgrund der Ergebnisse dieser Marker die Patientinnen prognostisch beurteilen zu können. Zu diesen Markern gehören Ki67, Cyclin D, Cyclin E, p27, p21, Thymidinkinase und Topoisomerase II.

Um den Einsatz von Trastuzumab in der adjuvanten Therapie oder bei Metastasen besser steuern zu können, sollte die Expression des „human epidermal growth factor receptor 2 (HER2)“ bestimmt werden. Dieser Wert könnte auch wichtig sein, um das Ansprechen auf Chemotherapie vorhersagen zu können. Bei aller Vorsicht kann man sagen, dass eine Überexpression von HER2 wahrscheinlich bedeutet, dass die Patientin gut auf eine adjuvante Therapie auf Anthrazyklinbasis anspricht. HER2 soll jedoch weit weniger geeignet sein, um den Einsatz von Taxanen zu steuern.

Die Marker Urokinase-Plasminogenaktivator (uPA) und Plasminogenaktivator-Inhibitor 1 (PAI-1) wurden erstmals in die Leitlinie aufgenommen. Bei einigen Patientinnen mit einer neuen Diagnose eines Mammakarzinoms könnten diese Marker eingesetzt werden, um die Prognose vorherzusagen. Vor allem bei Hormonrezeptor-positiven Frauen mit adjuvanter endokriner Therapie sind niedrige Spiegel der beiden Marker ein Zeichen für ein geringes Rezidivrisiko.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Clinical Oncology (JCO) 2007, Vol. 25, S. 5287-5312