Der Fokus der neuen Leitlinie liegt auf der Prävention. Nun gibt es nur noch drei Risikokategorien: hohes Risiko, Risiko und optimales Risiko. Bislang hatte man vier Risikokategorien definiert. Zu den Hochrisikofaktoren zählt die neue Leitlinie die koronare Herzkrankheit, periphere Arterienerkrankungen, das abdominelle Aortenaneurysma, chronische renale Erkrankungen und der Diabtes mellitus.

Alle Frauen über 20 Jahre sollten sich gemäß der Leitlinie an folgende Ratschläge halten: das Rauchen aufgeben, eine herzgesunde Ernährung beachten und Gewichtsmanagement betreiben. Im Gegensatz zu früheren Leitlinien wird jetzt klar empfohlen, dass alle Frauen sich etwa 30 Minuten am Tag schnell bewegen sollten, zum Beispiel durch schnelles Laufen. Um ihre Gewichtsziele zu erreichen, muss eine Frau unter Umständen bis zu 90 Minuten am Tag trainieren.

Die Ernährung sollte reich an Gemüse, Vollkornprodukten und Fisch sein. Höchstens zehn Prozent der täglich aufgenommenen Kalorien darf aus gesättigten Fettsäuren stammen. Höchstens 300 Milligramm Cholesterol pro Tag sollte der weibliche Körper durch die Nahrung aufnehmen.

Alle Hochrisiko-Frauen sollten sich regelmäßig den Blutdruck messen lassen. Unter Umständen kommt eine Senkung des LDL-Cholesterins in Frage. Acetylsalicylsäure ist indiziert bei besonderen Risiken und Frauen über 65 Jahre, falls das Risiko einer Magenblutung nicht höher ist als das Herzinfarktrisiko. Bei Intoleranzen gegen ASS kann auch Clopidogrel verordnet werden.

Mindestens ebenso wichtig ist, was die Leitlinie nicht empfiehlt. So raten die US-Experten zum Beispiel von antioxidativen Vitamin-Supplementen ab. Auch Folsäure oder die regelmäßige Einnahme von ASS ist bei Frauen unter 65 Jahren ohne eindeutige Indikation kontraindiziert.

MEDICA.de; Quelle: Circulation 2007, DOI 10.1161/CirculationAHA.106.181546