Ein geringes Geburtsgewicht ist einer der wichtigsten Gründe für Morbidität und Mortalität im Kindesalter. Auch im späteren Leben haben es solche Kinder oft schwer, leiden häufiger an Erkrankungen. Erstaunlicherweise gibt es bislang keinen eindeutigen Konsens darüber, wie solche Neugeborenen und Kinder zu behandeln sind. Uneinigkeit besteht zum Beispiel in der Frage, wie man Kinder mit geringem Geburtsgewicht später als Erwachsene behandeln sollte.

42 Experten aus den Bereichen Geburtshilfe, Neonatologie, Pädiatrie, Endokrinologie, Epidemiologie und Pharmakologie haben sich im vergangenen Jahr zusammengesetzt und eine Leitlinie zum Management des geringen Geburtsgewichts entworfen, die von den Fachgesellschaften „Societies of Paediatric Endocrinology“ und der „Growth Hormone Research Society„ übernommen und jetzt veröffentlicht wurde.

Die neue Leitlinie sagt unter anderem, dass die Diagnose des geringen Geburtsgewichts auf genauen anthropometrischen Erhebungen zum Zeitpunkt der Geburt einschließlich Gewicht, Größe und Kopfumfang basieren sollte. Holen die Kinder nicht bald das fehlende Gewicht auf, empfiehlt sich die Überwachung in einer Klinik, die auf Wachstumsstörungen spezialisiert ist. Für jene zehn Prozent der Kinder, die dauerhaft hinter ihren Altersgenossen zurück bleiben, sollte man eine Behandlung mit Wachstumshormonen ins Auge fassen. Solche Kinder müssen dann aber bis ins Erwachsenenalter hinein überwacht werden.

Zu den frühzeitigen Untersuchungen gehört auch ein umfangreicher Check der neurologischen Entwicklung, da viele Kinder mit geringem Geburtsgewicht kognitiv behindert sind. Endokrine und metabolische Störungen sind bei leichten Neugeborenen eher selten, so dass sich eine routinemäßige Überprüfung der Kinder nach Ansicht der Experten in dieser Hinsicht erübrigt.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism 2007, Rapid Electronic Publications