Schmerzen im lumbalen Rückenbereich gehören zu den häufigsten Beschwerden in der Arztpraxis. Sie neigen zur Chronifizierung und führen nicht selten zu starken Einschränkungen der Lebensqualität. Die meisten akuten Schmerzen bessern sich innerhalb eins Monats auch ohne jegliche Therapie. Für Ärzte ist es daher wichtig, eine rationale Basis zu haben, um diagnostische Untersuchungen empfehlen und Behandlungen einleiten zu können.

Ein multidisziplinäres Expertengremium ist im Jahre 2006 zusammen gekommen, um im Auftrag des „American College of Physicians (ACP)“ und der „American Pain Society (APS)“ Empfehlungen zur Diagnose und Therapie von Rückenbeschwerden im Lumbalbereich zu erarbeiten. Eine der wichtigsten Empfehlungen dabei: Ärzte sollten nicht einfach bei jeder Art von Rückenbeschwerden ein Standardprogramm abspulen. Außerdem sagen die Leitlinien:

Nach der körperlichen Untersuchung können die meisten Patienten in eine von drei Kategorien eingeordnet werden: nicht-spezifische Rückenbeschwerden, Beschwerden die auf eine Radikulopathie oder eine Spinalstenose schließen lassen und Beschwerden mit einer wahrscheinlich anderen Ursache.

Nicht jeder Fall von Rückenbeschwerden ist ein Fall für bildgebende Verfahren. Dies sollte jenen vorbehalten bleiben, deren Beschwerden stärker werden oder sich deutlich neurologisch ausbilden beziehungsweise bei Infektionen oder Krebserkrankungen in der Vorgeschichte.

Hegt der Arzt den Verdacht auf eine Radikulopathie oder Spinalstenose, dann sollten bildgebende Verfahren nur dann gewählt werden, wenn eine Operation in Frage kommt. Die Magnetresonanztomographie (MRI) ist der Computertomographie vorzuziehen.

Entscheidet sich ein Therapeut für die medikamentöse Behandlung, sollten nur Wirkstoffe mit einem nachgewiesenen Nutzen eingesetzt werden, gemeinsam mit geeigneten krankengymnastischen Übungen.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Internal Medicine 2007, Vol. 147, S. 478-491