Häufig nimmt bei älteren Menschen, insbesondere Frauen, die Knochendichte ab, was zur Osteoporose führen kann. Nach Schätzungen sind 90 Prozent aller Oberschenkel- und Wirbelfrakturen bei älteren Menschen auf Osteoporose zurückzuführen.

Nun hat die „North American Menopause Society (NAMS)“ ihre Leitlinien zur Osteoporose aus dem Jahre 2002 von Wissenschaftlern und Klinikern überarbeiten lassen. Dabei flossen die Erkenntnisse der letzten Jahre mit hinein. Bezüglich der Risikofaktoren für eine Abnahme der Knochendichte, die zu Osteoporose führen könnte, empfehlen die neuen Leitlinien:

Regelmäßig sollte der Arzt seine Patienten in Bezug auf einen gesunden Lebensstil beraten: Gewicht halten, gesund Ernähren, ausreichend Kalzium und Vitamin D zu sich nehmen, ausreichende Bewegung und wenig Alkohol. Mindestens einmal pro Jahr sollte der Arzt zudem das Sturzrisiko einer postmenopausalen Patientin ermitteln.

Bei allen Frauen über 65 Jahre sollte die Knochendichte gemessen werden. Die bevorzugte Technik dabei ist die „dual energy x-ray absorptiometry (DXA)„. Gemessen werden sollte die Knochendichte unter anderem am Oberschenkel und an den Lumbarwirbeln.

Medizinische Gründe, die für eine Messung der Knochendichte bei jüngeren Frauen sprechen, sind unter anderem: vorausgegangene Frakturen nach der Menopause, ein Body Mass Index von weniger als 21kg/m2, Oberschenkelhalsfrakturen in der Familie und Rauchen. Es ist nicht nötig, routinemäßig die biochemischen Marker des Knochenstoffwechsels zu erheben.

In Bezug auf die medikamentöse Behandlung und Prophylaxe der Osteoporose empfehlen die neuen Leitlinien Bisphosphonate als erste Wahl. Zugleich stellen die Leitlinien aber auch klar, dass es keinerlei Beweise dafür gebe, welcher der gegenwärtig zugelassenen Wirkstoffe eindeutig überlegen sei.

MEDICA.de; Quelle: Menopause 2006, Vol. 13, S. 340-367