Alleine in den USA leiden 22 Millionen Menschen an Asthma. 4.000 sterben jährlich daran. Es gibt zwar Leitlinien zur Diagnose und Therapie des Asthma bronchiale. Diese wurden jedoch in den letzten Jahren nicht auf den neusten Strand gebracht.

Nun hat sich eine Expertengruppe des „National Asthma Education and Prevention Program (NAEPP)“ in den USA daran gemacht, eine neue Auflage von Asthma-Leitlinien zu bearbeiten. Dabei haben die Experten auf vier Bereiche besonderen Wert gelegt: die Evaluierung von Maßnahmen zur Kontrolle einer asthmatischen Erkrankung, die Beratung des Patienten außerhalb der Praxis, die Kontrolle von Umweltfaktoren, welche ein Asthma bronchiale begünstigen können, und die Pharmakotherapie.

Einige wesentliche Punkte dieses „Expert Panel Report 3 (EPR-3)“ sind: Patienten sollten lernen, ihre Asthma-Beschwerden selbst zu beurteilen und einschätzen zu können. Daher sollte jeder Patient einen individuellen Plan erhalten, was in welchem Fall zu tun ist. Im Gegensatz zu seinen Vorläufern setzt die aktuelle Leitlinie nicht mehr nur auf die Arztpraxis oder das Krankenhaus. Die Experten regen vielmehr dazu an, potentielle Patienten bereits in der Schule, in der Apotheke oder zu Hause zu beraten.

Es reicht nach Ansicht der Experten auch nicht mehr aus, die Patienten von möglichen Allergenen fernzuhalten. Asthma hat verschiedene mögliche Komorbiditäten wie eine chronische Sinusitis, gastroösophagealer Reflux oder Übergewicht. Asthmatherapie bedeutet nach ihren Verständnis daher auch, solche weiteren Erkrankungen zu behandeln.

Zum ersten Mal werden in der aktuellen Leitlinie Patienten zwischen fünf und elf Jahren nicht wie Erwachsene behandelt, sondern erhalten eigene Empfehlungen zur Pharmakotherapie. Die vergangenen Jahre haben nämlich gezeigt, dass Kinder oft anders auf Antiasthmatika reagieren als Erwachsene.

MEDICA.de; Quelle: National Heart Lung and Blood Institute Asthma-Leitlinie