Die Inhalation hat bei vielen Indikationen eindeutig Vorteile gegenüber der oralen oder parenteralen Medikationsverabreichung. Spezielle Inhalatoren können die Wirkstoffe gezielt zum Ort der erhofften Wirkung bringen und dadurch systemische Nebenwirkungen vermindern. Es gibt allerdings verschiedenen Arten von Inhalatoren. Welche Form in welcher Indikation die größten Vorteile hat, fasst die neue Leitlinie zusammen.

Diese Empfehlungen beruhen auf 394 kontrollierten Studien, die zwischen 1982 und 2001 veröffentlicht wurden. Im wesentlichen geht es um drei Gruppen von Inhalatoren: die "metered-dose-inhalers (MDI)" mit oder ohne Spacer, Trockenpulver-Inhalatoren ("dry powder inhalers (DPI)") und Vernebler.

Unter anderem stellt die neue Leitlinie fest: Kontinuierliche Verneblung von Beta2-Agonisten zeigt beim schweren Bronchospasmus dieselben klinischen Wirkungen wie intermittierende Verneblung. MDI und Vernebler können bei intubierten Patienten eingesetzt werden. In Bezug auf die Applikation von Beta2-Agonisten sind sie gleichwertig. Auf DPIs dagegen sollte verzichtet werden. MDI und DPI können beide ambulant eingesetzt werden. Sie verbessern die pulmonale Funktion in gleicher Weise.

Bei der Wahl des richtigen Inhalators sollten nach Ansicht der Experten einige Punkte bedacht werden: Ist der gewünschte Wirkstoff für einen bestimmten Inhalator erhältlich? Welcher Inhalator wird am wahrscheinlichsten vom Patienten richtig bedient? Können alle Wirkstoffe, die der Patient erhalten soll, mit dem gleichen Inhalator eingeatmet werden? Wenn ja, erleichtert dies die Patientenschulung deutlich. Und schließlich: Welche Vorlieben in Bezug auf das Instrument hat der Patient?

MEDICA.de; Quelle: Chest 2005, Vol. 127, S. 335-371