Leitlinien wurden aktualisiert

Foto: Herz

Vorhofflimmern ist die häufigste
behandlungsbedürftige Herz-
rhythmusstörung;© panther-
media.net/Peter Neu

Verfasser dieser Empfehlungen für Ärzte ist eine internationale „Task Force“ der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC), bestehend aus acht Kardiologen, von denen zwei aus dem Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET) stammen: Professor Gerd Hindricks und Professor Paulus Kirchhof.

Vorhofflimmern ist die häufigste behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörung, insbesondere bei älteren Menschen. Rund eine Million Betroffene leben in Deutschland, Tendenz steigend. Vorhofflimmern ist die Ursache für rund ein Viertel aller Schlaganfälle und einer der häufigsten Gründe für Krankenhauseinweisungen. Eine angemessene Behandlung kann schwere Komplikationen in vielen Fällen verhindern.

In den Leitlinien ist das gesamte heute verfügbare Wissen über Vorhofflimmern gebündelt und auf der Basis aktueller Studien bewertet mit dem Ziel, den Ärzten eine Entscheidungshilfe für ihre Behandlungsstrategie zu geben. Ende August 2012 wurde nun eine Aktualisierung (Update) der bisherigen Leitlinien aus dem Jahr 2010 publiziert. Die aktuellen Empfehlungen enthalten einige wesentliche Neuerungen, die für den Behandlungsalltag relevant sind.

Für die langfristige rhythmuserhaltende Behandlung nennen die Leitlinien fünf verschiedene Wirkstoffe, wobei es genaue Empfehlungen gibt, welches Medikament für welche Patienten geeignet ist. Das 2010 zugelassene Antiarrhythmikum Dronedaron wird bei Patienten mit paroxysmalem (anfallsartigem) Vorhofflimmern empfohlen, aber nicht bei permanentem Vorhofflimmern.

Für Patienten, die paroxysmales Vorhofflimmern haben und unter den Symptomen leiden, aber eine medikamentöse rhythmuserhaltende Behandlung nicht gut vertragen, wird eine Katheterablation empfohlen, vorausgesetzt sie wird von erfahrenen Elektrophysiologen in einem spezialisierten Zentrum durchgeführt. Anders als bisher wird die Katheterablation nun für bestimmte Patienten mit symptomatischem paroxymalem Vorhofflimmern auch als Therapie erster Wahl anstelle von Rhythmusmedikamenten empfohlen, falls der Patient dies möchte.

Da Vorhofflimmern auch häufig ganz ohne Symptome auftritt, gibt es eine hohe Zahl von Patienten, die an dieser Rhythmusstörung leiden, ohne es zu wissen. Um unerkanntes Vorhofflimmern leichter zu entdecken, wird in den Leitlinien zu einem Screening geraten. Ärzte sollen bei ihren älteren Patienten bei Gelegenheit den Puls fühlen, um eine eventuell vorliegende Rhythmusstörung zu identifizieren.

MEDICA.de; Quelle: Kompetenznetz Vorhofflimmern (AFNET)