Der Diabetes mellitus gilt weltweit als eine der am stärksten „wachsenden“ Erkrankungen. Dies hat auch etwas mit dem steigenden Wohlstand in den Industrieländern zu tun. Bei dieser Erkrankung ist eine frühzeitige Diagnose wichtig, um Spätschäden weitgehend zu vermeiden. Die US-amerikanische Fachgesellschaf „American Diabetes Association (ADA)“ hat daher nun Leitlinien zum Screening und zur Diagnose des Diabetes mellitus herausgegeben. Spezielle Gebiete, die dabei abgedeckt werden, sind unter anderem das Testen auf Prädiabetes, Diabetes mellitus Typ 2 bei Kindern, Erkennung eines Gestationsdiabetes und das Selbsttesten der Blutglukosespiegel. Alle Empfehlungen sind als A, B, C, D oder E gekennzeichnet, je nach dem Grad der wissenschaftlichen Evidenz.

Die Leitlinien empfehlen unter anderem, dass man bei Kindern und Erwachsenen zuerst den Nüchternblutzucker testen sollte, um einen Diabetes mellitus zu entdecken. Das Testen von A1C-Spiegeln wird zur Zeit nicht empfohlen.

Wenn jüngere Personen keinerlei Symptome haben, die auf einen Diabetes mellitus Typ 2 hindeuten, dann sollten sie aber dennoch untersucht werden, wenn sie einen Body Mass Index von mehr als 25 kg/m2 und mindestens einen weiteren Risikofaktor haben. In allen anderen Fällen sollten Erwachsene erst nach dem 45. Lebensjahr in Bezug auf einen Diabetes mellitus getestet werden. Diese Untersuchung ist alle drei Jahre zu wiederholen.

Zeigt der Glukosetoleranztest schlechte Werte, sollte man dem Patienten empfehlen, fünf bis zehn Prozent seines Körpergewichtes zu verlieren und sich mindesten 150 Minuten in der Woche körperlich und sportlich zu betätigen, um das Fortschreiten zu einem manifesten Diabetes mellitus zu verhindern. Werden Patienten regelmäßig von ihrem Arzt darauf angesprochen, erhöht dies die Wahrscheinlichkeit, dass der Patient sich tatsächlich daran hält.

Buchtipp: Kurzlehrbuch Innere Medizin
Diabetes mellitus gehört zu den großen Volkskrankheiten und nimmt daher auch in dem neuen "Kurzlehrbuch Innere Medizin" aus dem Thieme-Verlag einen wichtigen Platz ein. Dieses Werk soll nach Angaben der Autoren einen "Überblick über die wesentlichsten internistischen Krankheitsbilder" verschaffen und tut dies auch tatsächlich gut lesbar und übersichtlich. Um beim Diabetes zu bleiben: Eine erschöpfende Darstellung dieser Erkrankung findet man nicht. Dies war auch nicht geplant. Doch wer in überschaubarer Zeit das Wichtigste zu diesem Thema wissen muss, der ist mit diesem Buch gut bedient. "Key Points", Merksätze und zahlreiche farbige Graphiken erleichtern das Lernen.

Kurzlehrbuch Innere Medizin; Thieme 2007, 723 Seiten mit 395 meist farbigen Abbildungen, kartoniert; ISBN 978-3-13-141671-1; 34,95 Euro

MEDICA.de; Quelle: Diabetes Care 2008, Vol. 31, S. S5-S11