Das Zervixkarzinom ist weltweit die zweithäufigste Todesursache bei Krebs. 70 Prozent der Zervixkarzinome werden durch Humane Papillomaviren (HPV) vom Typ 16 und 18 ausgelöst, außerdem bis zu 60 Prozent der intraepithelialen Neoplasien. Zur Zeit sind zwei verschiedene Impfstoffe entwickelt worden, die gegen beide HPV-Typen schützen.

Nun hat eine Expertenkommission der „American Cancer Society (ACS)“getagt und das vorliegende wissenschaftliche Material über HPV analysiert. Dabei formulierten sie Leitlinien zur HPV-Impfung, die von der „ACS Gynecologic Cancer Advisory Group“ und dem „National Board of Directors“ verabschiedet wurden. Unter anderem sagen die Leitlinien:

Es dauert durchschnittlich 20 Jahre, bis sich aus einer HPV-Infektion ein Zervixkarzinom entwickelt. Frauen werden also durchschnittlich 48 Jahre alt, bis sich der Nutzen einer HPV-Impfung tatsächlich zeigt. 48 Jahre ist nämlich das Durchschnittsalter, bei dem ein Zervixkarzinom diagnostiziert wird.

Bislang weiß man nicht, wie lange eine Impfung gegen eine HPV-Infektion immunisiert. Ob es sinnvoll ist, alle Frauen zwischen 19 und 26 Jahren routinemäßig zu impfen, ist ebenfalls nicht bekannt. Sinnvoll ist es aber in jedem Falle, jene Frauen beziehungsweise Mädchen zu impfen, die noch keinen Geschlechtsverkehr hatten. Vor der Impfung auf HPV zu testen, halten die Experten nicht für sinnvoll.

Selbst wenn Frauen gegen HPV geimpft werden, müssen sie auch weiterhin in den Genuss einer Zervixkarzinom-Vorsorge kommen. Da HPV durch Geschlechtsverkehr übertragen wird, stellt sich die Frage, ob man auch Männer gegen HPV impfen sollte, um die Übertragung zu verhindern. Dazu gibt es aber bislang zu wenige Daten, vor allem zum Kosten-Nutzen-Verhältnis. Schwach ist die Datenbasis auch in Bezug auf die HPV-Impfung bei HIV-infizierten Frauen. Hier gibt es noch Forschungsbedarf.

MEDICA.de; Quelle: CA A Cancer Journal for Clinicians 2007, Vol. 57, S. 7-28