Diabetische Neuropathien sind heterogen und betreffen verschiedene Teile des Nervensystems mit unterschiedlichen Beschwerden. Am häufigsten treten chronische sensomotorische distal symmetrische Polyneuropathien auf. Vor diesem Hintergrund hat die „American Diabetes Association (ADA)“ nun ihre Leitlinien zur diabetischen Polyneuropathie überarbeitet. Unter anderem sehen die neuen Leitlinien vor:

Alle Patienten mit einem Diabetes mellitus sollten bei der Diagnose auf das Vorligen einer diabetischen Polyneuropathie untersucht werden. Nach spätestens fünf Jahren sollte die Untersuchung wiederholt werden, danach mindestens jährlich.

Bei jedem Arztbesuch sollte der behandelnde Arzt auf Ulzera und Deformitäten achten. Es empfiehlt sich, auch einen Blick auf die Schuhe zu werfen.

Diabetische Neuropathien werden klassifiziert als generalisierte symmetrische Neuropathien beziehungsweise fokale und multifokale Neuropathien. Sensorische Neuropathien unterteilt man in akute sensorische Neuropathien und chronische sensomotorische Polyneuropathien. Bei Diabetikern ist eine Unterversorgung mit Vitamin B12 relativ häufig, ebenso ein Hypoparathyreoidismus. Beides sollte als Ursache der Neuropathie ausgeschlossen werden.

Autonome Neuropathien haben eine erhöhte Mortalität. Oft steckt eine kardiovaskuläre autonome Neuropathie dahinter. Es kann zur Ruhetachykardie kommen.

In der Behandlung ist es nach wie vor am wichtigsten, einen optimalen Blutglukosewert herzustellen. Starke Schwankungen des Blutglukosewertes sollten unbedingt vermieden werden. Selbstverständlich müssen alle möglichen anderen Ursachen ausgeschlossen werden. Verschiedene Wirkstoffe werden in der Behandlung eingesetzt. Eine effektive Langzeittherapie der diabetischen Neuropathie gibt es aber noch immer nicht.

MEDICA.de; Quelle: Diabetes Care 2006, Vol. 28, S. 956-962