Lernfähigkeit in „reizvoller“ Umgebung untersucht

Foto: Mäuse spielen

In einem der Käfige konnten sich
die Tiere mit Röhren, Laufrädern,
Bällen und anderem Spielzeug
beschäftigen; © RUB

Erregt man die Zellen mit elektrischen Impulsen einer bestimmten Frequenz, so steigt die Effizienz ihrer Kommunikation (Langzeitpotenzierung). Bei Mäusen beobachtete der RUB-Forscher eine besonders starke Langzeitpotenzierung, wenn er sie mit Artgenossen in einer anregenden Umgebung („enriched environment“) hielt.

Buschler stimulierte Nervenzellen von Mäusen, die unterschiedlich ausgestattete Käfige hatten. Im „enriched environment“ konnten sich die Tiere mit Röhren, Laufrädern, Bällen und anderem Spielzeug beschäftigen. Nach nur zwei Wochen in dieser Umgebung zeigten sie eine stärkere Langzeitpotenzierung als Artgenossen, die unter Standardbedingungen lebten. Dieser Effekt trat jedoch nur auf, wenn sie die anregende Umgebung mit Artgenossen teilten. „Das passt zu den Ergebnissen der Studie mit älteren Menschen, die einen Tanzkurs besucht haben, die von Doktor Hubert Dinse vom Institut für Neuroinformatik der RUB durchgeführt wurde“, sagt Buschler. „Auch da haben sie ja soziale Kontakte gehabt, zusätzlich zur körperlichen Betätigung.“ Soziale Kontakte allein reichten jedoch auch nicht aus, um die Langzeitpotenzierung zu verbessern. Sie mussten im „enriched environment“ stattfinden.

Auch älteren Tieren nutzten die sozialen Kontakte und die anregende Umgebung. „Der Hippocampus ist eine Gehirnregion, in der noch bis ins hohe Alter hinein Nervenzellen neu gebildet werden“, so Buschler. „Dieser Effekt kann die hier gemessene Verbesserung der Langzeitpotenzierung aber nicht erklären, denn neue Nervenzellen brauchen gut drei Wochen um zu reifen und funktionsfähig zu werden.“ Der Wissenschaftler führt das Ergebnis daher eher auf eine bessere Verfügbarkeit von Botenstoffen (Neurotransmittern) und dazu passenden Rezeptoren zurück.

MEDICA.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum