Letalität ist längst nicht so hoch wie gedacht

Auch auf europäischen Flughäfen
schon gesichtet: die Anopheles-
Mücke; © PHIL

Die Malaria ist eine der häufigsten Tropenerkrankungen als Folge eines Auslandsaufenthaltes. Sie ist zugleich eine Erkrankung, um die sich manche Legenden und viel Unwissen ranken. In einer Studie wurde nun genauer untersucht, wie sich die Malaria zeigt und welche Prognose sie hat.

Die klinischen und laborchemischen Parameter von 137 Patienten (87 Männer, 50 Frauen. Durchschnittsalter 37 Jahre) mit akuter Malaria wurden retrospektiv erfasst. Eine Malaria tropica lag bei 116 von 137 Patienten, eine Malaria tertiana bei 19 Patienten vor. Bei einem Patienten fand sich eine Mischinfektion; bei einem weiteren Patienten war der Parasitentyp nicht dokumentiert. 121 Infektionen wurden aus Afrika, 13 aus Asien und zwei aus Südamerika importiert. Ein Reisender hatte im Inkubationszeitraum mehrere Kontinente besucht.

Nur 36 Prozent (50/137) der Patienten hatten eine Malariaprophylaxe eingenommen. 128 von 137 Patienten wurden stationär behandelt, davon 22 auf der Intensivstation. Nach den Kriterien der Deutschen Tropenmedizinischen Gesellschaft lag bei 44 von 137 (32 Prozent) Patienten eine komplizierte Malaria vor. Die Gesamtmortalität unserer Patienten betrug zwei von 137 (1,5 Prozent) Patienten; bei der komplizierten Malaria tropica betrug die Mortalität zwei von 44 (4,5 Prozent).

Patienten mit komplizierter Malaria waren signifikant älter als Patienten mit unkomplizierter Malaria. Die mediane Krankenhausverweilzeit betrug vier Tage bei unkomplizierter und neun Tage bei komplizierter Malaria. Unter der Annahme von Krankenhauskosten von ca. 2.500 EUR pro Fall, einer Malaria-Inzidenz von mehr als drei Prozent bei Ostafrikareisenden und Kosten einer Chemoprophylaxe mit Mefloquin von etwa 55 EUR kann man behaupten, dass eine Malariaprophylaxe kosteneffektiv ist.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Medizinische Wochenschrift 2005, Vol. 130, S. 145-149