Leuchtende Krebszellen weisen den Weg

Bösartige Hirntumoren wachsen sehr verästelt in das Gehirngewebe ein, noch dazu siedeln sich Krebszellen vereinzelt in umliegendes Gewebe ab. Daher ist es nahezu unmöglich, das Tumorgewebe bei einer Operation vollständig zu entfernen. Doktor Eva Frei aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum entwickelte in Zusammenarbeit mit Kollegen der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg eine Methode, die den chirurgischen Eingriff verbessern soll.

Die Wissenschaftler machen sich zu Nutze, dass Krebs seinen erhöhten Energiebedarf unter anderem dadurch deckt, dass er große Mengen des Bluteiweißes Albumin aufnimmt. Die Forscher koppelten eine fluoreszierende Substanz (5-Aminofluorescein) an das Albumin, das sich über die Blutbahn im Körper verteilt und schließlich im Hirntumor anreichert. Laserlicht regt die Substanz zum Leuchten an und macht dadurch die feinen Ausläufer der Geschwulst sichtbar. Der an das Albumin gekoppelte Fluoreszenzmarker ist während der gesamten Operation sichtbar.

Die Forscher erprobten das Albumin-Verfahren an dreizehn Patienten mit bösartigen Gliomen. In neun Fällen gelang es dank des intensiv gelbgrünen Leuchtsignals, das fluoreszierende Tumorgewebe vollständig zu entfernen. Die Forscher errechneten, dass es sich bei dem leuchtenden Gewebe mit einer Wahrscheinlichkeit von 97 Prozent um Tumorzellen handelt.

Mit einer größeren Studie, an der sich mehrere Krankenhäuser beteiligen, sollen im kommenden Jahr die Verträglichkeit und die Effektivität der Färbung bestätigt werden. Dabei werden die Wissenschaftler langfristig verfolgen, ob sich durch das neue Verfahren die Prognose der Betroffenen verbessert.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum