Lieber Schallkopf als Nadel

Foto: Ultraschall bei einer Schwangeren

Fehlbildungen bei Ungeborenen
lassen sich auch per Ultraschall
entdecken; © SXC

Die gezielte Sonografie kann beim ungeborenen Kind Fehlbildungen wie etwa einen offenen Rücken oder Herzfehler aufdecken. Außerdem untersuchen Ärzte damit das Kind auch auf sogenannte "Soft-Marker" - körperliche Merkmale, die zum Beispiel auf eine Chromosomenstörung wie das Down-Syndrom hindeuten können.

"Bei unauffälligem Ultraschall liegt das Risiko für ein Down-Syndrom rund 70 Prozent unter dem normalen Altersrisiko", erläutert Privatdozentin Doktor Annegret Geipel, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) und Frauenärztin am Universitätsklinikum Bonn. Vielen Frauen genüge diese Information. Sie verzichten dann auf eine Fruchtwasserpunktion, die immerhin mit einem Fehlgeburtsrisiko von 0,5 Prozent behaftet ist.

Inwieweit Frauen die Entscheidungshilfe Ultraschall annehmen, hat Geipel gemeinsam mit Kollegen untersucht. In ihre Studie bezogen die Mediziner fast 700 Schwangere in der 15. bis 18. Woche ein. Alle waren aufgrund ihres Alters oder früherer auffälliger Befunde an das Universitätsklinikum überwiesen worden. Vor einer möglichen Fruchtwasserpunktion boten die Ärzte den Schwangeren eine gezielte Sonografie und eine genetische Beratung an.

Wie die Studie ergab, waren zwei Drittel der Schwangeren bereits vor der Ultraschalluntersuchung in ihrem Entschluss für oder gegen eine Fruchtwasseruntersuchung gefestigt. Von diesen änderten lediglich 10,4 Prozent ihre vor gefasste Meinung und entschieden sich gegen die Punktion. Für Geipel jedoch ermutigend: Immerhin 34 Prozent der Teilnehmerinnen waren zu Beginn noch nicht festgelegt und wollten den Ultraschallbefund abwarten.

"Offenbar weiß eine wachsende Zahl von Frauen um die Möglichkeit der gezielten Sonografie", folgert die Leitende Oberärztin der Pränatalmedizin. In dieser Gruppe war der Einfluss des Ultraschallergebnisses groß: 86,7 Prozent der Frauen mit unauffälligem Befund nahmen keine Fruchtwasseruntersuchung in Anspruch. Für diese Frauen war der normale Ultraschallbefund offenbar ein wichtiger und beruhigender Faktor.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)