Bei einer chronischen bakteriellen Prostatitis sieht man nicht selten einen deutlichen Anstieg des Prostata-spezifischen Antigens (PSA). Dies betrifft etwa 20 Prozent der Fälle. Im Rahmen der diagnostischen Abklärung werden Betroffene dann häufig biopsiert, um ein Prostatakarzinom auszuschließen. Neue Studien deuten nun drauf hin, dass es besser wäre, zunächst einen Behandlungsversuch mit bestimmten antibakteriellen Wirkstoffen zu unternehmen.

Amerikanische Wissenschaftler haben 72 Männer untersucht, die an einer chronischen bakteriellen Prostatitis litten. Alle hatten zu Beginn der Studie einen PSA-Wert von mindestens 4 ng/ml, der Durchschnittswert lag bei 8,33 ng/ml. 35 von ihnen erhielten 28 Tage lang 500 mg Levofloxacin pro Tag und 37 weitere 500 mg Ciprofloxacin pro Tag ebenfalls 28 Tage lang.

Nach der Behandlung lag der durchschnittliche PSA-Wert bei 5,36 ng/ml. In beiden Gruppen war der PA-Wert gleichermaßen stark gefallen. Rund 42 Prozent der Patienten hatten nach der Behandlung einen PSA-Wert von unter 4 ng/ml.

Bei zehn von elf Patienten, die mikrobiologisch untersuchbar waren und deren PSA-Wert nach der Behandlung unter 4 ng/ml lag, hatte Levofloxacin das Pathogen eradiziert. Bei jenen Patienten dagegen, deren PSA-Wert nach der Antibiotikatherapie immer noch über 4 ng/ml lag, war die Eradikationsrate nur 69,2 Prozent. Die entsprechenden Werte für Ciprofloxacin: 93,3 Prozent (PSA-Wert unter 4 ng/ml) und 61,5 Prozent (PSA-Wert über 4 ng/ml).

Die Studienleiter halten es für gerechtfertigt, bei Prostatitis-Patienten mit erhöhtem PSA-Wert zunächst einen antibakteriellen Behandlungsversuch zu unternehmen, bevor man sie zur Biopsie schickt.

MEDICA.de; Quelle: Journal of Urology 2005, Vol. 174, S. 161-164