Auf der 36. Jahrestagung der „Society for Critical Care Medicine“ (SCCM) wurde eine Meta-Analyse zur Frage vorgestellt, ob eine bestimmte Ernährung das Risiko eines Organversagens nach akutem respiratorischen Versagen (acute respiratory distress syndrom: ARDS), Sepsis oder Schock senken kann. Drei große, randomisierte Studien zur Ernährung mechanisch beatmeter Patienten flossen in diese Meta-Analyse mit ein. 411 Patienten von Intensivstationen mit einem ARDS oder einer schweren Sepsis wurden dabei untersucht. Alle Patienten erhielten eine enterale Ernährung, die reich an Eicosapentaensäure und Gamma-Linolensäure sowie Antioxidantien war.

Mit dieser Mischung sank die 28-Tage-Mortalität um 60 Prozent. Das Risiko eines Organversagens sank sogar um 83 Prozent. Die Zahl der Tage, an denen die Patienten beatmet werden mussten, konnte deutlich reduziert werden. Außerdem mussten die Patienten nur halb so lange auf der Intensivstation liegen.

Dies ist nach Ansicht der Studienleiter ein beachtliches Ergebnis. Normalerweise erleiden mehr als die Hälfte aller Sepsis-Patienten ein Organversagen. In dieser Meta-Analyse waren es dagegen nur zehn Prozent. Das Gesamtrisiko eines Organversagens sank mit der besonderen Lipid-Antioxidantien-Diät um 60 Prozent.

Es gibt auch andere enterale Nahrungsformeln, die nicht diese positive Wirkung haben. Experten glauben, dass vor allem die Gamma-Linolensäure zu dem positiven Ergebnis beiträgt. Im Verbund mit den anderen Bestandteilen, so glaubt man, verändert die Gamma-Linolensäure die Zellmembranen positiv und beeinflusst Entzündungsmediatoren.

MEDICA.de; Quelle: Society of Critical Care Medicine (SCCM): 37th Annual Meeting Poster 350