Lithium ist weiterhin einer der Wirkstoffe der ersten Wahl bei Manien älterer Patienten. Allerdings gibt es Befürchtungen in Bezug auf neurotoxische Nebenwirkungen. Man hat daher die Frage gestellt, wie Lithium bei älteren Patienten mit einer bipolaren Erkrankung am besten anzuwenden sei. Bislang ist man davon ausgegangen, dass die Serum-Lithiumwerte mit den Lithiumwerten im Gehirn korrelieren, so dass man durch eine einfache Blutabnahme den Lithiumwert im Gehirn herausfinden könne. Dis scheint nicht ganz so einfach zu sein, wie jetzt eine Studie zeigt, die jüngst beim „American Association for Geriatric Psychiatry (AAGP) 2008 Annual Meeting“ vorgestellt wurde.

26 Patienten im Alter zwischen 20 und 85 Jahren nahmen daran teil. All litten an einer bipolaren Erkrankung und wurden deshalb permanent mit Lithium behandelt. Mit Hilfe entsprechender Skalen konnten die Experten sich ein Bild von der Stimmungslage der Patienten machen. Von allen Probanden bestimmten die Experten zudem die Lithiumwerte, sowohl im Serum als auch im Gehirn. Dabei nutzten die Experten unter anderem die „7-lithium magnetic resonance spectroscopy“, welche nur für experimentelle Zwecke zur Verfügung steht.

Wie sich zeigte, korrelieren die Lithiumwerte zwischen Serum und Gehirn bei den jüngeren Patienten unter 50 Jahre, nicht jedoch bei jenen, die das 50. Lebensjahr bereits überschritten hatten. Bei den älteren Patienten korrelierten höhere Lithiumwerte im Gehirn, aber nicht im Serum, mit höheren Depressionswerten und somatischen Beschwerden wie Müdigkeit und Magenproblemen. Bei älteren Patienten sollten daher bei der Einstellung des Lithiumwertes nicht nur die Serumwerte sondern auch psychische und somatische Faktoren berücksichtigt werden, schreiben die Studienleiter.

MEDICA.de; Quelle: American Association for Geriatric Psychiatry 2008 Annual Meeting Poster 6